Was bei leichter Hypothermie zu tun ist


Hypothermie_580Bremen (rd_de) – Leichte Formen der Unterkühlung (bis 32 °C) stellen für den Rettungsdienst in der Regel kein Problem dar. Blinder Aktionismus wie übermäßige Infusion mit gewärmten Lösungen sollte hier eher Pragmatismus weichen.

Ein Stufenschema aus der Seenotrettung bringt dies treffend zum Ausdruck:

•    Kältezittern? -> Beobachten, Sauerstoffgabe.
•    Ansprechbar, kein Zittern? -> Immobilisation, Überwachen, Sauerstoffgabe.
•    Nicht ansprechbar, Kreislauf vorhanden? -> Monitoring, Atemwege sichern.

Zudem sind die präklinischen Möglichkeiten aktiver Erwärmung ohnehin eingeschränkt.

Hintergrund zum eher zurückhaltenden Vorgehen ist, dass moderate Unterkühlungen keine dringliche therapeutische Konsequenz bedingen, Patienten mit schwerer Hypothermie aber äußerst sensibel auf Stimuli reagieren können. So kann bei diesen Patienten beispielsweise schon das rektale Einlegen einer Temperatursonde Kammerflimmern auslösen.

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(Text: Jürgen Auerhammer, Anästhesist, Notarzt; Symbolfoto: Markus Brändli; 07.02.2017)

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