Terrorgefahr: Unfallchirurgen und Bundeswehr entwickeln 5-Punkte-Plan


Berlin (DGU) – Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) hat zusammen mit der Bundeswehr einen 5-Punkte-Plan zur medizinischen Versorgung von Terroropfern entwickelt. Damit reagieren die Organisationen auf das zunehmende Terrorrisiko in Deutschland.

Wie die DGU am Dienstag (27.09.2016) mitteilte, soll mit dem Maßnahmenplan sichergestellt werden, dass Opfer möglicher Terroranschläge jederzeit und überall situationsgerecht auf einem hohen Niveau versorgt werden können. Den Auftakt des 5-Punkte-Plans bildete die bundesweite Notfallkonferenz zum Thema „Terroranschläge – eine neue traumatologische Herausforderung“ am gestrigen Mittwoch (28.09.2016) in Berlin.

Die DGU hat zusammen mit der Bundeswehr einen 5-Punkte-Plan zur medizinischen Versorgung von Terroropfern entwickelt. Symbolfoto: Sebastian Wilke/Bundeswehr

„Mit dieser Initiative nehmen wir als Unfallchirurgen gemeinsam mit der Bundeswehr unsere nationale Verantwortung für die medizinische Versorgung der Bevölkerung auch bei Terroranschlägen wahr“, erläuterte DGU-Präsident Professor Dr. Florian Gebhard.

Außerdem will die DGU über die Initiative „Taumanetzwerk“ das notwendige Know-how zur Behandlung von Terroropfern an alle Traumazentren weitergeben. Zusätzlich erweitert die Fachgesellschaft das „Traumaregister“ zur Erfassung von Schwerverletzten um ein Schuss- und Explosionsregister.

Die zivil-militärische Kooperation zwischen DGU und Bundeswehr komme laut Bundeswehr eine hohe Bedeutung zu: „Im Ernstfall sind sowohl das Militär als auch die zivile Medizin gleichermaßen auf die Nutzung des vollen Umfangs der vorliegenden Erfahrungen angewiesen. Nur unter Rückgriff auf die Expertise des anderen sind wir in der Lage, die Herausforderungen angesichts des Terrorismus zu bewältigen“, führte der Inspekteur des Sanitätsdienstes der Bundesweht, Generaloberstabsarzt Dr. Michael Tempel, aus.

Auch wird die DGU in Kürze einen Vertrag über die Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Wehrmedizin und Wehrpharmazie unterschreiben. Im Zentrum der Kooperation stehe der Wissens- und Erfahrungsaustausch in Bezug auf Schulungen zu Vorgehensweisen im Terrorfall.

(29.09.2016; Symbolfoto: Sebastian Wilke/Bundeswehr)

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