Sommerbilanz 2016: Zahl der Badetoten nimmt zu


Bad Nenndorf (rd_de) – Seit Januar 2016 sind mindestens 425 Menschen ertrunken – 46 mehr als zum gleichen Zeitraum im Vorjahr. Dies geht aus der am Donnerstag (08.09.2016) erschienenen Sommerbilanz der DLRG hervor.

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Damit ist Zahl der Badetoten in den ersten acht Monaten des Jahres 2016 die höchste in diesem Zeitraum seit acht Jahren. „Die Ursachen für die Zunahme der Ertrinkungsfälle sind Leichtsinn, das Überschätzen der eigenen Leistungsfähigkeit, eine zu hohe Risikobereitschaft sowie insbesondere das Baden an unbewachten Badestellen“, so DLRG-Präsident Hans-Hubert Hatje.

Laut DLRG liegen die Unfallschwerpunkte nicht an den gut bewachten Küsten an Ost- und Nordsee, sondern an Seen, Flüssen sowie Schwimmbädern. In den zumeist unbewachten Binnengewässern seien mindestens 349 Menschen ertrunken. Vier von fünf Todesfällen hätten sich in diesen Gewässern ereignet.

140 Menschen starben nach der DLRG-Statistik in Seen und Teichen, 187 in Flüssen und 22 in einem Kanal. Außergewöhnlich hoch sei zudem der Anstieg von Badetoten in Schwimmbädern: Mit insgesamt 17 Menschen verunglückten zehn Badegäste mehr als im Vorjahreszeitraum in den Bädern.

Unter den Verunglückten sind auffällig viele Flüchtlinge zu verzeichnen. 56 der Badetoten – mehr als 13 Prozent – sind Geflüchtete. Das sind mehr als doppelt so viele wie im gesamten Vorjahr. Als Reaktion darauf hat die DLRG Baderegeln als Piktogramme erstellt und den Kommunen kostenlos zur Verfügung gestellt.

Erstmalig seit Jahren stieg die Zahl der verunglückten Vorschulkinder von neun auf 15 Kinder. Auch die Zahl der Grundschulkinder und Jugendlichen bis 14-Jahre nahm zu. „Diese Zahlen sind das Ergebnis der Bäderschließungen und damit verbundenen Ausfällen von Schwimmunterricht an den Schulen“, erläuterte Hatje.

In Bayern starben mit 73 die meisten Menschen nach einem Badeunfall – noch vor dem bevölkerungsreichten Bundesland Nordrhein-Westfalen mit 62 Todesfällen. Im Saarland gab es bislang nur zwei Badetote. Nach wie ist die Mehrheit der Badetoten überwiegend männlich. Nur jeder vierte Tote ist eine Frau.

(09.09.2016; Symbolfoto: Markus Brändli)

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