Schleswig-Holstein: Ausschluss privater Rettungsdienste?


Kiel (rd_de) – In Schleswig-Holstein soll der Rettungsdienst künftig ausschließlich durch öffentliche Träger organisiert werden. Die Landesregierung will den Einsatz von Privatanbietern auf Krankentransporte beschränken.

Wie die Ärzte-Zeitung berichtet, soll damit ein Nebeneinander von privater und öffentlicher Trägerschaft verhindert werden. Sollte das Gesetz im Landtag eine Mehrheit finden, könnten private Rettungsunternehmen nur noch von öffentlichen Trägern mit der Durchführung der Notfallrettung beauftragt werden.

Die geplante Novellierung stößt bei den privaten Anbietern auf Protest. „Es gibt keine sachlichen Gründe, die es rechtfertigen, private Unternehmen bei gleicher Eignung bei der öffentlichen Vergabe von Rettungsdienstleistungen in Zukunft nicht in vollem Umfang zu berücksichtigen“, teilte Ingo Lender, Geschäftsführer der zur Falck-Gruppe zählenden Firma Promedica, dem Blatt mit.

Die Landesregierung begründet ihre Reformpläne mit den veränderten Rahmenbedingungen im Rettungsdienst. Hierzu gehören laut Ärzte-Zeitung der demographische Wandel und der rapide Anstieg an Einsätzen und Kosten. Hierdurch hätten sich die Anforderungen an den Rettungsdienst in den letzten 20 Jahren verändert. Dies sagte Sozialministerin Kristin Alheit der Zeitung.

Auch die Krankenkassen sehen das Gesetzesvorhaben kritisch. Sie befürchten, dass die Kosten durch das geplante Gesetz erheblich zunehmen werden, wie es in der Ärzte-Zeitung heißt.

(12.09.2016; Symbolfoto: Markus Brändli)

3 Responses to “Schleswig-Holstein: Ausschluss privater Rettungsdienste?”

  1. Sani0815 on September 13th, 2016 18:30

    Ach, hätte ich es nicht vor 30 Jahren schon gehört, ich würde mich ärgern….

    Die Kosten! Natürlich, liebes Land im hohem Norden, es ist ja bekannt, dass Privat so unheimlich teuer sind. Mit kommunalen Angestellten oder gar Beamten ist alles natürlich viiiel billiger.

    Und “gestiegenen Anforderungen” eh klar, die Privaten kommen da nicht mit, die haben auch noch nie moderne/innovative Konzepte ausgedacht und umgesetzt. Sowas kann natürlich nur die öff. Verwaltung!

    Dabei isses doch so einfach: Die Planungs- und Genehmigungshoheit liegt beim Land bzw. Kreis. Wer dann den so geplanten und genehmigten RD dann durchführt, ist doch völlig egal. Ob auf dem Auto dann “Feuerwehr”, “RKiSH”, “DRK”, “ASB”, “Promedic” etc. draufsteht, soielt keine Rolle. Für alle gelten die gesetzl. Vorgaben (Ausstattung, Besetzung, Hilfsfristen etc.) und wer die nicht erfüllt, der macht´s eben nicht (mehr).

  2. Fritz54 on September 14th, 2016 10:23

    Die sogenannten Hilfsorganisationen mit ihren gGmbH`s gehören letztlich einem e.V. und sind somit auch PRIVAT Anbieter, nur mit dem “kleinen Vorteil” das sie enorme Steuervorteile haben, von den vielen Ehrenamtlern und den tausenden von Zivi`s und Buftis die für kleines Geld oder umsonst arbeiten, ganz zu schweigen.

  3. ll on September 14th, 2016 15:59

    @Fritz54
    Bei den Hiorg. in SH wird fast komplett im Regel RD hauptamtlich gearbeitet. EA selbst wenn sie RS sind fahren überwiegend nur als dritte.

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