RETTmobil: Gewalt gegen Einsatzkräfte verurteilt


DFV-Präsident Ziebs stellt Aufkleber “Keine Gewalt gegen Helfer” vor.

Fulda (rd_de) – Der schwindende Respekt vor Einsatzkräften und die zunehmende Gewalt gegen anscheinend jeden, der mit einem Blaulicht unterwegs ist, zog sich in den Eröffnungsansprachen der 18. RETTmobil wie ein roter Faden durch die Beiträge der Redner.

Nicht nur Manfred Hommel, Präsident der Interessengemeinschaft der Hersteller von Kranken- und Rettungsfahrzeugen (IKR), forderte in seiner Begrüßung unmissverständlich, dass Gewalt gegen Einsatzkräfte nicht sein könne und dürfe.

„Die ganze Strenge des Gesetzes kennenlernen“

Deutlich wurde auch Dr. Frank-Jürgen Weise, Präsident der Johanniter-Unfall-Hilfe und Schirmherr der 18. RETTmobil. Er wünsche sich uneingeschränkten Respekt für die Helfer. Die in einigen Kreisen offenbar vorherrschende Sensationslust sei ihm gänzlich unverständlich. Junge Menschen, die sich entsprechend verhalten, müssten ermahnt werden, so der Johanniter-Präsident. Bei ihnen geht Dr. Weise von Unwissenheit oder Naivität aus. Erwachsene aber, die Einsatzkräfte während ihrer Arbeit behindern und/oder Aufnahmen an Unfallstellen anfertigen, sollten „die ganze Strenge des Gesetzes kennenlernen“, so der Johanniter-Präsident.

Auch Hartmut Ziebs, Präsident des Deutschen Feuerwehr-Verbandes (DFV), setzt mit seinem Verband auf die Aufklärung und plädiert dabei für eine gemeinsame Initiative aller Verbände und Organisationen, die er als „Familie“ betrachtet. Der DFV hat bereits eine erste Kampagne zum Thema „Gewalt gegen Helfer“ gestartet, zu der unter anderem ein großformatiger Kfz-Aufkleber gehört, der um mehr Verständnis wirbt. Ziebs stellte ihn während der Eröffnungsveranstaltung zur RETTmobil 2018 in Fulda den Anwesenden persönlich vor.

„Zu geringe Anerkennung der Leistung“

Professor Dr. Peter Sefrin, wissenschaftlicher Leiter des zur RETTmobil gehörenden Fachkongresses, rief in diesem Zusammenhang auch die mangelhafte Disziplin beim Bilden einer Rettungsgasse in Erinnerung. Für ihn ist auch dies ein Beleg dafür, dass anscheinend immer mehr Menschen in unserer Gesellschaft „alles mit Blaulicht“ ablehnen. „Ich stelle eine zu geringe Anerkennung der Leistung durch die Bevölkerung fest“, so Professor Dr. Sefrin.

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(Text und Foto: Lars Schmitz-Eggen, Rettungsassistent, Chefredakteur Rettungs-Magazin / www.rettungsdienst.de; 13.06.2018) [5396]

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