Reanimationsregister: Modul „Telefon-CPR“ jetzt verfügbar


Kiel (pm) – In Zusammenarbeit mit nationalen Experten und dem Fachverband Leistelle hat das Deutsche Reanimationsregister einen Datensatz zur strukturierten Erfassung der so genannten Telefonreanimation (T-CPR) entwickelt. Dieser erfragt vom Leitstellenmitarbeiter den genauen Modus der Anleitung – wurde zum Beispiel zur Beatmung angeleitet oder ein Algorithmus genutzt – sowie Gründe, warum auf eine Anleitung verzichtet wurde. Das neue Modul steht jetzt jedem Teilnehmer am Deutschen Reanimationsregister kostenfrei zu Verfügung.

Bekanntlich beruht der Erfolg außerklinischer Reanimationen neben einem professionellen Notarzt- und Rettungsdienst in erster Linie auf dem schnellen Beginn von Basismaßnahmen durch Ersthelfer. Der Anteil der Laienreanimationen liegt in Deutschland aber weiterhin unter dem Durchschnitt vergleichbarer Industrienationen.

Ein Konzept zur Erhöhung des Ersthelfer-Anteils ist die Anleitung zum Start von Reanimationsmaßnahmen durch einen Disponenten der Leitstelle. Der Leitstelle kommen hier neben der Entsendung adäquater Rettungsmittel zwei elementare Aufgaben zu:

1. frühzeitiges Erkennen des Herz-Kreislauf-Stillstandes und
2. Initiierung von Reanimationsmaßnahmen durch den Anrufer.

Die flächendeckende Einführung der T-CPR ist eine der Kernforderungen der ERC-Leitlinien 2010.

Das Deutsche Reanimationsregister – German Resuscitation Registry (GRR) ist das Instrument zum Qualitätsmanagement von präklinischen Reanimationen und innerklinischen Notfallversorgungen in Deutschland sowie anderen deutschsprachigen Standorten. Mit mehr als 143 teilnehmenden Rettungsdiensten stellt das Deutsche Reanimationsregister die größte überregionale Datenbank innerhalb des Rettungswesens in Deutschland dar. Es repräsentiert eine versorgte Bevölkerung von 18 Millionen Einwohnern.

Das Deutsche Reanimationsregister ist neben einem Instrument des lokalen Qualitätsmanagements und dem bundesweiten Benchmarking ein wichtiges Werkzeug in der notfallmedizinischen Versorgungsforschung. Es bietet im Rahmen von Netzwerktreffen darüber hinaus Möglichkeiten zum Austausch zwischen den Teilnehmern sowie eine breite Basis für wissenschaftliche Forschung.

(29.01.2015)

Möchten Sie einen Kommentar schreiben?