Reanimationsregister feiert 10-jähriges Bestehen


ReanimationsregisterNürnberg (DGAI) – Zehn Jahre nach seinem Start sind im Deutschen Reanimationsregister über 110.000 Datensätze von außer- und innerklinisch reanimierten Patienten erfasst. „Das Register hat sich damit als ein für die Patientenversorgung enorm wichtiges Wissensinstrument bewährt“, stellt Dr. Jan-Thorsten Gräsner, Vertreter der Notfallmedizin im DGAI-Präsidium, fest.

Das Deutsche Reanimationsregister – German Resuscitation Registry – ist eine standortübergreifende Datenbank für die anonymisierte Erfassung und Auswertung von Reanimationsmaßnahmen sowie von Notfallversorgungen in den Kliniken. Neben der Dokumentation der Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität ermöglicht das Register einen nationalen Leistungsvergleich und ein Qualitätsmanagement.

Zunächst als Projektinitiative der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) im Jahr 2003 begonnen, wurde das Deutsche Reanimationsregister der DGAI offiziell 2007 im Rahmen des Deutschen Anästhesiecongresses in Hamburg gestartet.

Heute steht das Deutsche Reanimationsregister unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Gesundheit und wird von weiteren Partnern unterstützt. Dies sind unter anderem die bundesweite Kampagne „Ein Leben retten – 100 Pro Reanimation“ und das European Registry of Cardiac Arrest.

Die Datenbank wird aktuell von 161 Rettungsdiensten und 135 Kliniken gespeist und repräsentiert damit eine versorgte Bevölkerung von 18 Millionen Einwohnern. Sie ist damit eine der größten Datenbanken für Wiederbelebung in Europa. Neben einem Instrument des lokalen Qualitätsmanagements ist das Register aber auch ein wichtiges Werkzeug in der Versorgungsforschung geworden. Die Datenbank bietet die Möglichkeit für wissenschaftliche Auswertungen und Studienbegleitung.

Laienreanimation von sehr hoher Bedeutung

Aktuelle Auswertungen der Registerdaten belegen, dass durch Laienreanimation bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Stillstand ein besseres Kurz- und Langzeitüberleben bei guter neurologischer Erholung erzielt werden kann. Da der Rettungsdienst selten innerhalb von acht Minuten beim Patienten sein kann, kommt der Laienreanimation eine sehr hohe Bedeutung zu. „Dies vor allem, weil 60 Prozent der Herz-Kreislauf-Stillstände zu Hause auftreten“, berichtet Professor Dr. Bernhard Zwißler, Präsident der DGAI.

Die Laienreanimation durch nicht professionelle Helfer ist das erste, entscheidende Glied der Rettungskette. Außerhalb eines Krankenhauses werden in Deutschland pro Jahr über 70.000 Fälle eines plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstands gezählt.

„Erfahrungen aus anderen Ländern wie Dänemark zeigen, dass die Laienreanimationsquote durch Informationskampagnen und Wiederbelebungsunterricht in Schulen innerhalb von zehn Jahren mehr als verdoppelt werden konnte. Ließe sich die Quote in Deutschland entsprechend steigern, dann könnten hierzulande pro Jahr 10.000 Menschen mehr überleben, dies sind mehr als es derzeit Verkehrstote pro Jahr gibt“, so Zwißler.

(27.04.2017; Symbolfoto: Markus Brändli)

Möchten Sie einen Kommentar schreiben?