Sachsen und Tschechien: Rettungsdienst ohne Grenzen


Karlsbad (rd.de) – Zwischen Sachsen und Tschechien sind ab dem 1. Januar 2016 länderübergreifende Notfalleinsätze möglich. Beispielsweise können dann Rettungswagen aus Deutschland in Tschechien bis zu fünf Kilometer hinter der Grenze eingesetzt werden.  

Kooperation zwischen Sachsen und Tschechien im Rettungsdienst. Symbolfoto: fotolia/djama

Kooperation zwischen Sachsen und Tschechien im Rettungsdienst. Symbolfoto: fotolia/djama

Wenn nicht ausreichend eigene Rettungskapazitäten zur Verfügung stehen, kann die für den Einsatz zuständige Leitstelle die Partnerleitstelle des anderen Landes um Hilfe ersuchen. Damit wäre es möglich, den Rettungsdienst zu alarmieren, der tatsächlich am schnellsten beim Patienten ist, berichtet „MDR Sachsen“. Die Notfallversorgung auf beiden Seiten der Grenze solle so entscheidend verbessert werden. Darüber hinaus würden Patientenverlegungen zwischen den beiden Ländern künftig ohne Umlagerung in ein Fahrzeug des andern Landes möglich.

Der sächsische Innenminister Martin Ulbig unterzeichnete am Mittwoch (25.11.2015) in Karlovy Vary zusammen mit den Präsidenten der tschechischen Regionen Usti, Liberec und Karlovy Vary ein entsprechendes Abkommen.

Wie die „Sächsische Zeitung“ schreibt, sei die größte Herausforderung in den Verhandlungen gewesen, die Interessen der unterschiedlichen Träger aufeinander abzustimmen. Die schnelle Hilfe für einen Verunglückten im Grenzgebiet habe aber bei allen Verantwortlichen stets Priorität gehabt.

(26.11.2015)

One Response to “Sachsen und Tschechien: Rettungsdienst ohne Grenzen”

  1. Dr. Burgkhardt on November 27th, 2015 09:40

    Was an diesem Beitrag nun sensationelles sein soll, kann man sich nur mit dem Griff an einen unedlen Körperteil fragen! 25 Jahre (!) nach der friedlichen Revolution feiern nun einige Pappnasen die Beseitigung eines geradezu unsäglichen Zustandes. Man muss es sich vorstellen: deutsche Rettungsdienste durften nicht in das Gebiet des Bündnispartners Tschechien oder Polen hineinfahren und mußten an der Grenzlinie stehen bleiben. 25 Jahre groteskes Verhalten und eine „ungeklärte Rechtslage“, Tagungen über einheitliche Leitstellenfaxformulare, Ideen zur Beseitigung von Sprachbarrieren etc. Und dabei hat man in den Grenzbereichen zu Oesterreich, der Schweiz, Frankreich, Luxemburg, den Niederlanden und Dänemark schon seit vielen Jahren gemeinsam gerettet. Wenn das nun endlich auch im Osten funktionieren soll, dann ist das gut! Aber zu feiern, als ob man es ganz Besonderes geschaffen hat, das ist lächerlich…..

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