Ohne Blaulicht geht’s nicht zum Einsatzort


Symbolbild Notarzt. Foto: Thomas Weege

Symbolbild Notarzt. Foto: Thomas Weege

Kassel (rd.de) – Ehrenamtliche Führungskräfte der Hilfsorganisationen dürfen in Hessen nicht mehr Blaulicht auf ihren Privatfahrzeugen einsetzen. Das führt zu dem Problem, dass sie teilweise nicht bis zu ihren Einsatzstellen vorgelassen werden.

Beispielweise seien davon ehrenamtlich tätige Leitende Notärzte betroffen, berichtet die „Hessische/Niedersächsische Allgemeine„. Ein Leitender Notarzt sei vor einigen Monaten bei einem Busunfall auf der A7 nur „per Anhalter“ in einem anderen Einsatzfahrzeug zur Unfallstelle gelangt.

Dass der Einsatz von Blaulicht auf privaten Fahrzeugen nicht mehr möglich ist, läge an der fehlenden gesetzlichen Regelung in Hessen. Die bisherige Praxis wurde nur toleriert, bis sich ein Polizeibeamter darüber beschwert habe.

Zuständig für eine Neuregelung seien das Verkehrs- und Innenministerium. Die Problematik sei den zuständigen Ministerien auch bekannt, nur würde man gegenwärtig nichts dagegen unternehmen.

In Reihen der Hilfsorganisation regt sich Unmut. Einerseits traue man den ehrenamtlichen Führungskräften zwar zu sich für Leib und Leben anderer einzusetzen. Andererseits unterstelle man ihnen aber, nicht verantwortungsvoll mit dem Blaulicht umzugehen.

(20.05.2015)

4 Responses to “Ohne Blaulicht geht’s nicht zum Einsatzort”

  1. Stiefelchen on Mai 20th, 2015 21:52

    Ist klar.
    Die Polizei, dein Freund und Helfer, ist immer heilfroh, wenn wir in unserer Freizeit, egal ob Feuerwehr oder die Kollegen vom Rettungsdienst, an der Einsatzstelle auftauchen und übernehmen. Und sich dann beschweren, wenn eine Gesetzeslücke ausgenutzt wird ZUM VORTEIL DER BETROFFENEN BEVÖLKERUNG.
    Halten wir uns also in Zukunft an alle Vorschriften, kommen viel später zum Verkehrsunfall oder Brand und lassen die „Kollegen“ in grün, oder blau neuerdings, länger im eigenen Saft schmoren. Das haben sie davon.
    Leider leidet dann die Bevölkerung darunter.
    Ironie an <>Ironie aus

  2. Hanseretter on Mai 22nd, 2015 21:53

    Das ist der Versuch, die Todesstrafe doch irgendwie einzusetzen. Schließlich ist sie laut Hessischem Gesetz möglich, laut übergeordnetem Bundesrecht aber nicht.

  3. Uwe Storch on Mai 28th, 2015 10:46

    Eine Blaulicht-Erlaubnis bei Privat-Kfz. ist sicher eine der möglichen Lösungen. Eine andere wäre, das jeweilige Kfz. bei einer Feuerwehr bzw. HiOrg. als KatS. Kfz. zuzulassen. Hier gibt es meines Wissens einige Möglichkeiten, auch in Hessen.
    Was auch machbar ist, wäre den LNA von der Feuerwehr abholen zu lassen, in deren Einzugsgebiet er sich gerade zum Zeitpunkt des Alarms aufhält. Beide Varianten werden in hessischen Kreisen erfolgreich praktiziert. Und für den OLRD sollte sowieso ein eigener KdoW. des Kreises oder einer HiOrg. zur Verfügung stehen.

  4. Olaf on Mai 29th, 2015 09:07

    Unrecht habe man nicht, nicht verantwortungsvoll damit umzugehen.

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