Notfallsanitäter: Zorn an Rhein und Ruhr wächst


Düsseldorf (rd.de) – Die nach wie vor ungeklärte Finanzierungsfrage in Sachen Notfallsanitäter sorgt in Nordrhein-Westfalen zusehend für Ärger. Jetzt wandte sich der Landrat des Kreises Gütersloh in einem Brief an die Bezirksregierung Detmold, um seinem Unmut Luft zu verschaffen.

Bis Ende 2014 hätte die Finanzierung des neuen Berufsbildes „Notfallsanitäter/-in“ in Nordrhein-Westfalen geklärt sein sollen. Darauf drängten nicht zuletzt die Hilfsorganisationen und Feuerwehren im bevölkerungsreichsten Bundesland. Gegenüber rettungsmagazinTV sagte Dr. Frank Stollmann vom Gesundheitsministerium NRW im Dezember 2014, er gehe davon aus, dass man in 2015 mit den Vollausbildungen beginnen könne. Die anderen Bundesländer seien ähnlich weit wie Nordrhein-Westfalen.

Den Städten und Kreisen läuft derweil die Zeit davon. Um die erforderlichen Schulungen im Rahmen der Übergangsfrist bis 2020 durchzuführen, muss umgehend mit den ersten Kursen begonnen werden. Gütersloh kündigt jetzt an, im März die ersten Lehrrettungsassistenten zu Praxisanleitern qualifizieren zu wollen. Ab September könnten sie dann Rettungsassistenten zu Notfallsanitätern schulen. Die dreijährige Vollzeitausbildung wolle man im Herbst beginnen.

Doch ob die Pläne so umgesetzt werden, scheint unklar. Gegenüber der Zeitung „Die Glocke“ sagte Güterslohs Landrat Sven-Georg Adenauer: „Wir werden finanziell nicht in Vorleistung gehen und es zulassen, dass sich das Land aus seiner Verantwortung stiehlt.“

Der Deutsche Berufsverband Rettungsdienst (DBRD) hatte Mitte Dezember 2014 die Landesregierung in Düsseldorf wegen ihrer Politik hinsichtlich des Rettungsdienstes im Lande und die Umsetzung des NotSanG kritisiert (wir berichteten).

(26.01.2015)

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