Notfallsanitäter: Gesetz zügig umsetzen


Hannover (rd.de) – Wie sieht der aktuelle Sachstand bei der Umsetzung des neuen Berufsbildes zum Notfallsanitäter/zur Notfallsanitäterin aus? Welche Perspektiven bietet das Notfallsanitäter-Gesetz (NotSanG)? Kersten Enke von der Johanniter-Akademie gab anlässlich der Interschutz in Hannover am Montag (08.06.2015) einen Überblick.

So viel scheint festzustehen: „Das Berufsbild des Notfallsanitäters wird den Rettungsdienst in Deutschland im Laufe der nächsten 10 bis 15 Jahre sehr verändern“, zeigte sich Kersten Enke überzeugt und lieferte Gründe. Einer lautete: Die Ausbildungsziele seien denen anderer Gesundheitsfachberufe sehr ähnlich. Wurde der Rettungsassistent primär als Helfer des Notarztes gesehen, stehe beim Notfallsanitäter nicht zuletzt die eigenverantwortliche Arbeit im Vordergrund, so Enke. Diese verändere die Zusammenarbeit sowohl mit Ärzten als auch anderen Gesundheitsfachberufen, zum Beispiel in Kliniken.

Symbolbild Notfallsanitäter. Foto: Markus Brändli

Symbolbild Notfallsanitäter. Foto: Markus Brändli

Kersten Enke nannte in seinem Vortrag aber auch die größten derzeitigen Probleme bei der Umsetzung des NotSanG: ein großer Prüfungsdruck auf heutige Rettungsassistenten mit drohender Existenzgefahr und die zum Teil sehr zähe Umsetzung des Gesetzes. So gebe es zum Beispiel in Thüringen aktuell immer noch keine Ergänzungsprüfungen oder Ausbildungen zum Notfallsanitäter.

Enke sieht darin große Gefahren: „Der Rettungsdienst wird an Bedeutung gewinnen; gleichzeitig wird es zu einem Mangel an Fachkräften kommen.“ Dem gelte es durch eine zügige Umsetzung des NotSanG entgegenzuwirken.

(08.06.2015)

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