Notärzte: „Alleinfahrern“ fällt der Abschied schwer


Neu-Ulm (rd.de) – Der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Donau-Iller hat ein sensibles Problem zu lösen: Laut des Bayerischen Rettungsdienstgesetzes (BayRDG) sollen Notärzte künftig nicht mehr allein und von zu Hause bzw. ihrer Praxis aus zum Rettungseinsatz starten. Vielen so genannten „Alleinfahrern“ scheint der Abschied von einem ihrer Ansicht nach bewährten System sehr schwer zu fallen.

Das BayRDG sieht unter anderem vor, dass sich der diensthabende Notarzt am Notarztstandort – also zum Beispiel der Rettungswache – aufzuhalten hat. Ferner lenkt er das Notarzt-Einsatzfahrzeug nicht mehr selbst, sondern überlässt diese Aufgabe einem Rettungssanitäter oder -assistenten.

Was in den meisten Regionen Deutschlands schon seit langem Standard ist, sorgt in Teilen Bayerns für Unverständnis bei einigen Ärzten. So fand kürzlich im Landkreis Neu-Ulm eine Versammlung des örtlichen Zweckverbandes statt, bei der der Ärztliche Leiter Rettungsdienst, Dr. Axel-Joachim Parsch, auf die Notwendigkeit dieser Veränderung hinwies. Laut „Südwest-Presse“ erklärte Dr. Parsch, dass es darum gehe, die Versorgungsqualität und die Schnelligkeit des Systems weiter zu entwickeln. Ein dezentrales Notarzt-Netz wie bisher sei deshalb kontraproduktiv. Die „Augsburger Allgemeine“ zitiert den Mediziner mit den Worten: „Der niedergelassene Arzt als Notarzt ist eine aussterbende Rasse, der Vertragsarzt ist nicht mehr zukunftsfähig.“

Eine Hintertür für „Alleinfahrer“ scheint das BayRDG aber offenzulassen: In Einzelfällen soll es möglich sein, nach Prüfung und mit Begründung von der generellen Linie abzuweichen.

(04.12.2014)

13 Responses to “Notärzte: „Alleinfahrern“ fällt der Abschied schwer”

  1. Patrick Tränkner via Facebook on Dezember 4th, 2014 09:10

    Zur Not wartet der RettAss halt mit in der Praxis. Na das wird wohl noch spaßig werden

  2. Jonas Güldner via Facebook on Dezember 4th, 2014 09:19

    Was der „Bayer“ nicht kennt, frisst er nicht… Es ist wie in vielen anderen Bereichen auch… Alles was neu und anders erscheint wird erstmal abgelehnt…
    Ohne nun böses sagen zu wollen, aber Zeit wird’s die ganzen Privat-NEF’s auf ein Mindestmaß zu reduzieren… Klappt in anderen Bundesländern seit Jahren…

  3. Thomas Frese via Facebook on Dezember 4th, 2014 12:46

    was spricht dagegen,dass der NefFahrer mit in der Praxis tätig wird?Schlecht is das nicht,Aufgaben wie Blutentnahmen,Untersuchungen,etc.gibt es dort genug.

  4. Christoph Steinkamp via Facebook on Dezember 4th, 2014 15:55

    Selbstfahrende Notärzte? Gibt es sowas noch?

  5. Klaus Ringelstein via Facebook on Dezember 4th, 2014 16:09

    Scheinbar noch in Bayern. Kaum zu glauben

  6. Christoph Steinkamp via Facebook on Dezember 4th, 2014 16:10

    Ist das überhaupt zulässig?

  7. Fritz54 on Dezember 4th, 2014 16:32

    Na, dann könnte man dem bayrischen NA doch einen, einen hier in diesem Forum so gescholtenen, Ehrenamtlichen dazu geben……..
    und alles ist happy around

  8. Dennis Lukosch via Facebook on Dezember 4th, 2014 21:25

    Vlt. ne blöde Frage aber: Was passiert den im Normalfall mit dem Privat NEF wenn der NA dann im RTW mitfährt? Bleibt das an der EST stehen und der RTW darf den Arzt dann wieder zurückfahren? 😀

  9. Daniel Egal on Dezember 4th, 2014 22:56

    Ja das gibts in Bayern (leider) noch.
    Dennis:
    Das NEF wird vom RS gefahren, der RTW vom RA, der Doc is allein hinten drin.
    oder:
    Das NEF bleibt stehen und wird später abgeholt , bis dahin ist der RTW ein NAW.

  10. hä du on Dezember 6th, 2014 21:31

    das NEF darf im normalfall wegen BTM usw. nicht alleine stehen bleiben

  11. Uli Sagmeister via Facebook on Dezember 6th, 2014 23:41

    Alles schön und gut, da der Notarztdienst auf dem Land aber nur mit den niedergelassenen Ärzten funktioniert und bei der geringeren Einsatzfrequenz es nur Sinn macht, wenn der Dienst aus der Praxis oder von Zuhause aus geleistet wird, dann nimmt halt die Bereitschaft ab, diesen freiwilligen Dienst weiterhin zu leisten….. Dann dürfen halt die NFS zeigen, was sie drauf haben. Da sag ich jetzt völlig Wertungsfrei.

  12. Peter Andres on Dezember 12th, 2014 21:56

    Ich verstehe nicht was an dem Model NAW in Bayern so schlecht ist. Es hat doch woll, wie ich es hier sehe doch Jahre lang funktioniert. Nur weil es in den anderen Bundesländern schon anders läuft, muss man doch eion Model was in Ordnung war, nicht gleich kauput hauen. Oder?

  13. Frank on Januar 13th, 2015 10:59

    In unserem sächsischen RD-Bereich wird der NA zwar auch zum Einsatzort gefahren, doch an der Wache halten sich nur „Gast-Ärzte“ von auswärts auf. Alle anderen fahren vom Krankenhaus, von der Praxis oder von zu Hause. Die Spitze des Eisbergs bildet eine Ärztin, die etwa 10 Kilometer von der Wache entfernt im Nachbarort wohnt und sich dort abholen lässt… Versorgungsqualität lässt grüßen!

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