Magnesium: In welchen Fällen es eine Option ist


Akuter Herzinfarkt_580Bremen (rd_de) – Der gezielte Einsatz von Elektrolyten ohne vorherige Laboruntersuchung gilt als riskant. Jedoch sind einige Stoffe in der Hand des erfahrenen Anwenders (Notarzt) durchaus kontrollierbar. Magnesium ist ein solches Produkt.

Seine Stärke zeigt Magnesium in der Behandlung von Herzrhythmusstörungen. Präklinisch ist hier die Torsade-des-Pointes relevant. Bei dieser Rhythmusstörung wird die Gabe von 2 g Magnesium über mehrere Minuten empfohlen.

Beim Kammerflimmern wird Magnesium hingegen nicht therapeutisch empfohlen. Sollten mehrere Defibrillationen nicht den gewünschten Erfolg bringen, kann der Einsatz von 2 g Magnesium im Bolus in Betracht gezogen werden, um eine bis dahin unerkannte Torsade zu demaskieren.

Die Zufuhr von Magnesium als Kurzinfusion ist auch bei allen Formen bronchospastischer Erkrankungen wie Asthma oder COPD als Ergänzung zur klassischen rettungsdienstlichen Therapie interessant. Die Patienten profitieren von der bronchialerweiternden Eigenschaft von Magnesium bei einem frühzeitigen Einsatz, sodass dieser Stoff in das Behandlungsschema Bronchospasmus aufgenommen werden sollte.

Da Magnesium die Herzfrequenz stabilisiert, ist die Anwendung bei kardial dekompensierten Patienten mit Bronchospasmus besonders zu erwägen. Ziel sollte es bei dieser speziellen Patientengruppe sein, den Einsatz von tachycardieproduzierenden Medikamenten überflüssig zu machen oder zumindest deren Dosierung reduzieren zu können.

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(Text: Stefan Friedberg, dipl. Rettungssanitäter HF und Dozent im Rettungsdienst; Symbolfoto: Markus Brändli; 02.03.2017)

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