Hyperkaliämie: Bedrohliche Komplikation beim Dialysetransport


Hyperkaliämie FurosemidBremen (rd_de) – Eine Hyperkaliämie ist eine der gefürchtetsten Komplikationen während des Transports eines Dialysepatienten. Wird sie nicht erkannt, droht dem Patienten ein Herzstillstand.

Der Rettungsdienst steht bei einer Hyperkaliämie vor dem Problem, dass er diese Form der Elektrolytentgleisung in der Regel nicht sicher diagnostizieren kann. Hierfür ist eine Blutgasanalyse erforderlich, die in kaum einem Rettungsdienstbereich präklinisch durchgeführt werden kann. Insofern können wirklich effektive Therapieschritte auch erst in einer Klinik begonnen werden.

Ein Indiz für eine Hyperkaliämie findet sich im EKG: Vorbote eines zu hohen Kaliumspiegels kann die überhöhte, zeltförmige T-Welle im EKG sein.

Zu überlegen ist die Gabe von Diuretika wie hochdosiertem Furosemid. Sie sollte gerade dann versucht werden, wenn bekannt ist, dass der Patient noch eine Restausscheidung von Urin hat. Furosemid führt zu einer Kaliumausscheidung und damit zu einem Absenken des Kaliumspiegels.

Ein weiterer lohnenswerter Therapieansatz ist die Puffertherapie mit Natriumbicarbonat oder die Gabe von Salbutamol, eigentlich ein Mittel für Asthmatiker. Durch die Sprühstöße löst Salbutamol beim Patienten eine Stimulation von Beta-2-Rezeptoren aus. Dies führt ebenfalls zu einem Kaliumeinstrom in die Zelle und damit zu einem Absinken des Kaliumspiegels im Blut. Dieser Off Label Use von Salbutamol darf allerdings nur vom Notarzt nur bei gesicherter Hyperkaliämie durchgeführt werden.

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(Text: Dr. Gerald Bandemer, Anästhesist und Notarzt; Symbolfoto: Markus Brändli; 20.04.2017)

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