Gerinnungsmanagement in Notfallsituationen


Hamburg (pm) – Wie lassen sich antikoagulierte Patienten im Notfall behandeln? 250 Intensiv- und Notfallmediziner diskutierten kürzlich beim Symposium von Boehringer Ingelheim auf dem 14. Deutschen Interdisziplinären Kongress für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) in Hamburg bestehende und künftige Strategien zur Aufhebung des gerinnungshemmenden Effekts.

Für antikoagulierte Patienten stehen im klinischen Alltag eine Reihe an Optionen zum Gerinnungsmanagement in der Notfall- und Intensivmedizin zur Verfügung. Diese Optionen kommen auch bei der Aufhebung der gerinnungshemmenden Wirkung von Dabigatran (Pradaxa) zum Einsatz. Mit der Entwicklung eines spezifischen Antidots will Boehringer Ingelheim künftig diese Möglichkeiten erweitern. Die Referenten und Teilnehmer des Symposiums diskutierten über mögliche Strategien anhand aktueller Studienergebnisse und klinischer Fälle.

Behandlungsoptionen im klinischen Alltag

In der Schlaganfallprävention seien die Nicht-Vitamin-K Oralen Antikoagulanzien (NOAK) eine wirksame und zum Teil sicherere Alternative zu Vitamin-K-Antagonisten, betonte Prof. Dr. Georg Nickenig, Universitätsklinikum Bonn. Im Fall von schwerwiegenden Blutungskomplikationen hätten Patienten beispielsweise unter Dabigatran eine bessere Überlebensprognose und verbrachten weniger Zeit auf der Intensivstation als mit Warfarin behandelte Patienten.

NOAKs erfordern im Regelfall kein routinemäßiges Gerinnungsmonitoring. Dennoch fühle sich mancher Behandler bei akuten Interventionen sicherer, wenn er wisse, wie viel Antikoagulanz noch im Blut sei, erklärte Prof. Dr. Hanno Riess, Charité Berlin. Er zeigte auf, welche Messmethoden bei welcher Substanz aussagekräftige Ergebnisse lieferten. So stehe bei Dabigatran neben der aktivierten partiellen Thromboplastinzeit (aPTT) auch die Thrombinzeit als laborchemischer Gerinnungsparameter sowie die verdünnte Thrombinzeit (dTT) mittels Hemoclot-Test zur Verfügung.

Im Blutungsmanagement antikoagulierter Patienten haben sich eine Reihe von Behandlungsoptionen im Alltag bewährt. Prof. Dr. Andreas Tiede, Medizinische Hochschule Hannover, erörterte an Fallbeispielen mögliche Optionen der Versorgung.

(21.01.2015)

Möchten Sie einen Kommentar schreiben?