Frakturen: Versorgung durch Rettungssanitäter


Frakturen_580Bremen (rd_de) – Die Erstmaßnahmen bei Frakturen und Luxationen bestehen in Schonhaltung, Ruhigstellung der betroffenen Extremität und suffizienter Schmerztherapie. In allen Fällen kann der Rettungssanitäter im Rahmen seiner Möglichkeiten einem Patienten gut helfen.

Bei Frakturen und Luxationen müssen unbedingt Durchblutung, Motorik und Sensorik („DMS“) geprüft werden. Zeigen sich hier Auffälligkeiten, sollte eine Fehlstellung bereits präklinisch vom Notarzt reponiert werden. Gerade Luxationen großer Gelenke bei kräftigen Erwachsenen sind dabei meist nicht ohne Narkose und Relaxierung zu reponieren.

Der „Klassiker“ ist hier die Schulterluxation. Neben „DMS“ sollte auf eventuelle weitere Verletzungen geachtet und die Aufmerksamkeit nicht nur auf die offensichtliche Verletzung fokussiert werden.

Eine weitere Maßnahme ist die Kontrolle der Vitalparameter. Tachykardie und Hypertonie unterstreichen den Eindruck starker Schmerzen. Außerdem muss der Rettungssanitäter eine Hypothermie vermeiden und auf Schockzeichen achten. Ein Schock droht unter anderem bei einem verborgenen Blutverlust nach einer Fraktur großer Röhrenknochen.

Opioide zur Schmerzbehandlung gehören in die Hand des Notarztes. Trotzdem sollte der Rettungssanitäter wissen, dass im Rettungsdienst zu diesem Zweck relativ häufig Fentanyl eingesetzt wird. Bei Fentanyl tritt das Wirkmaximum bereits nach zwei Minuten ein. Eine Basis-Analgesie reicht bei Frakturen, die gut immobilisiert werden können, meistens aus.

Anders verhält es sich beispielsweise bei einer Schenkelhalsfraktur, insbesondere, wenn noch Umlagerungsmanöver oder gar Repositionen anstehen. Hier bietet sich die Kombination von Ketamin und Midazolam an, weil damit Schmerzspitzen solide abgedeckt werden können.

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(Text: Jürgen Auerhammer, Anästhesist, Notarzt; Symbolfoto: Markus Brändli; 09.01.2017)

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