Explosiver Suizid


München (BF/pol) – Gestern Nachmittag wurde die Feuerwehr München zu einem Zimmerbrand in einem
vierstöckigen Wohnhaus in Milbertshofen gerufen. Wie sich herausstellte, handelte es sich um den Suizidversuch eines 21-jährigen Mannes, der mit Gaskartuschen eine Explosion hervorrief.

Bereits auf der Anfahrt war eine Rauchsäule weithin sichtbar, worauf der Einsatzleiter die Alarmstufe erhöhen ließ und weitere Kräfte alarmiert wurden.

Beim Eintreffen am Einsatzort waren bereits offene Flammen aus einer Wohnung im zweiten Obergeschoss sichtbar. Durch den Explosionsdruck wurden die Wohnungsfenster heraus gedrückt. Sofort gingen Einsatzkräfte unter schwerem Atemschutz und einem C-Rohr in die Brandwohnung vor und löschten den Brand.

Der 21-jährige Bewohner erlitt schwere Brandverletzungen und konnte sich noch brennend in den Hausflur flüchten, wo Anwohner seine Kleidung ablöschen konnten. Die Einsatzkräfte übergaben den jungen Mann umgehend dem Notarztteam Nord zur medizinischen Versorgung. Die schwerverletzte Person wurde in eine Münchner Klinik transportiert. Im Verlauf der Nacht erlag der 21-Jährige seinen schweren Verletzungen.

Wie Ermittlungen der Polizei ergaben, hatte der 21-Jährige unmittelbar vor der Explosion mit seinem Handy auf dem Festnetzanschluss der Wohnung angerufen und seinen beiden Mitbewohnern erklärt, was er vorhabe. Diese konnten noch rechtzeitig vor der Explosion das Haus verlassen.
Die Mitbewohner standen unter Schock und kamen zur ambulanten Behandlung ebenfalls in ein Münchner Krankenhaus.

Insgesamt war die Feuerwehr München mit 18 Fahrzeugen und 50 Einsatzkräften vor Ort.

Denken Sie darüber nach, sich das Leben zu nehmen? Die Telefonseelsorge bietet Hilfe in Lebenskrisen und ist Tag und Nacht anonym unter 0800/1 11 01 11 oder 0800/1 11 02 22 erreichbar.

(24.06.2010)

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