DGOU: Kritik an geplanter Hilfsfrist-Verlängerung


Berlin (pm) – Die geplante Verlängerung der Hilfsfrist bei Notfalleinsätzen in Baden-Württemberg stößt auf Kritik (wir berichteten). So warnt jetzt die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) vor den möglichen Konsequenzen dieses Vorhabens.

„Diese Entwicklungen sind rückwärtsgewandt. Wir müssen Überlebenschancen verbessern, nicht minimieren. Die Wahrscheinlichkeit, einen Herz-Kreislauf-Stillstand unbeschadet zu überleben, nimmt ohne Therapie pro Minute um etwa zehn Prozent ab. Im Interesse der Patienten sollte die Hilfsfrist statt verlängert eher auf acht Minuten reduziert werden“, warnt Professor Reinhard Hoffmann, stellvertretender Generalsekretär der DGOU und Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU).

Weil die Festlegung der Hilfsfrist Ländersache ist, gibt es derzeit unterschiedliche Regelungen. Sie reicht von acht Minuten in dicht besiedelten Gebieten Nordrein-Westfalens bis hin zu maximal 17 Minuten in ländlichen Gebieten Thüringens, informiert die DGOU.

„Es wäre im wahrsten Sinne des Wortes lebensgefährlich, wenn man die strukturellen Probleme, die durch Geldmangel und Ressourcenknappheit eigentlich dahinter stecken, mit einer leichtfertigen Verlängerung der Hilfsfrist löst“, sagt Hoffmann, der als Ärztlicher Direktor an der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik in Frankfurt am Main tätig ist.

(12.12.2014)

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