Senkt eine Gesundheitskarte für Flüchtlinge die Einsatzzahlen?


Berlin (rd.de) – Die steigende Zahl von Flüchtlingen sorgt immer häufiger für Alarmierungen des Rettungsdienstes. Allerdings scheint es sich eher selten um wirkliche Notfälle zu handeln. Verschiedene Systeme zur Verringerung der Einsatzzahlen werden deutschlandweit erprobt. Im Gespräch ist auch die Einführung einer Gesundheitskarte für Asylsuchende.

 

Die Gründe, warum Rettungsdienste in die verschiedenen Aufnahmeeinrichtungen auch zu Nicht-Notfällen alarmiert werden, seien vielfältig. Wie die „Welt“ unter Berufung auf einen Mitarbeiter des Malteser Hilfsdienstes in Rheinland-Pfalz berichtet, halte sich unter den Flüchtlingen das Gerücht, dass der Rettungsdienst bei allen Beschwerden zu rufen sei. Hier wäre Aufklärungsarbeit notwendig, um die Einsatzzahlen zu verringern, meint der Mitarbeiter.

Jedoch scheinen nicht nur die Bewohner der Flüchtlingseinrichtungen für die steigenden Zahlen falscher Notrufe verantwortlich zu sein. Auch den Betreuern und Betreibern der Einrichtungen fehle es häufig an medizinischem Wissen, um echte Notfälle zu erkennen.

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In der zentralen Erstaufnahmeeinrichtung in Hessen betreibe die Johanniter-Unfall-Hilfe deswegen eine Ambulanz. Diese funktioniere wie eine Arztpraxis und biete an Werktagen Sprechstunden an, schreibt die „Welt“. Außerhalb der Sprechstundenzeiten sind zwei Rettungsfachkräfte in der Einrichtung vor Ort.

Eine weitere Möglichkeit sei die Bereitstellung einer Gesundheitskarte. Diese würde es den Asylsuchenden ermöglichen, wie andere Menschen direkt zum Arzt zu gehen. Auch dies könne der Reduzierung der Einsatzzahlen dienen. Einzelne Bundesländer wie beispielsweise Berlin hätten diese nach Informationen der Zeitung bereits eingeführt. Ob die Einsatzzahlen dadurch gesenkte werden konnten, stehe aber noch nicht fest. Dafür sei es noch zu früh.

(04.04.2016)

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