Halle: Rettungskräfte klagen über Arbeitsbedingungen


Halle (rd_de) – Das Deutsche Rote Kreuz, verantwortlich für den Rettungsdienst in Halle/Saale, sieht sich mit zunehmenden Vorwürfen der Mitarbeiter konfrontiert. Diese klagen über immer häufigere Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz.

In Wiesbaden wurde der Rettungsdienst umstrukturiert. Foto:

Halle: Rettungskräfte klagen über Arbeitsbedingungen. Symbolfoto: fotolia/Christian Müller

Wie die „Mitteldeutsche“ berichtet, seien 60 Stunden und mehr Arbeitszeit pro Woche keine Seltenheit für die Beschäftigten im Rettungsdienst. Auch würden Dienstpläne erst wenige Tage vor dem nächsten Monat bekannt gegeben.

Weiter habe sich die Stadtverwaltung entschieden, wegen steigender Einsatzzahlen zusätzliche Rettungswagen in Betrieb zu nehmen. Um das erforderliche Personal müsse sich das DRK kümmern. Dies sei dem Bericht der Zeitung nach aber bisher nur unzureichend gelungen. Leitende Rettungsdienstmitarbeiter des DRK würden deswegen teilweise 24-Stunden-Schichten absolvieren, um Ausfälle zu verhindern.

Ebenso sei den Mitarbeitern in einem der Zeitung vorliegenden Schreiben verboten worden, sich an die Öffentlichkeit zu wenden. Sollten sich die Mitarbeiter nicht daran halten, könne dies zu arbeitsrechtlichen Konsequenzen führen.

Die Gewerkschaft Verdi habe aufgrund dieser Verhältnisse die Gewerbeaufsicht verständigt und Verbesserungen vom zuständigen Betriebsrat gefordert. Nach Angaben der Zeitung sehe die DRK-Geschäftsführung die Gründe der Probleme in dem aktuell hohen Krankenstand und den Urlaubsansprüchen der Beschäftigten.

(14.09.2016)

17 Responses to “Halle: Rettungskräfte klagen über Arbeitsbedingungen”

  1. Freidenker on September 15th, 2016 07:29

    Jammerei auf hohem Niveau…. Raedelsführer ausmachen und freisetzen, dann ist Ruhe……..es gibt genügend dankbarere Arbeitnehmer….ohne Beamtenmentalität

  2. Uwe Storch on September 15th, 2016 11:55

    Oha, Herr Freidenker, hier lehnt sich aber jemand weit aus dem Fenster. Wenn das mit den 60 Std./Woche stimmt ist hier akuter Handlungsbedarf und nicht nur hier.
    Hat der Herr Freidenker seinen Führungsposten bei einer staatlichen Organisation der DDR eingebüßt bei der Wiederverinigung ? Oder wie ist der Spruch mit den Rädelsführern sonst zu verstehen ?
    Und, unter Wahrnehmungsverzerrungen leidet er wohl auch, wo sind denn all die dankbaren Arbeitnehmer, die bei dieser Dienststelle arbeiten wollen trotz der Bedingungen ? Wenn ich den Bericht richtig deute fehlt es doch genau an denen !

    Also, lieber Herr Freidenker: frei denken ist ja gut, aber, das beinhaltet logischerweise auch den Vorgang des Denkens !

  3. Johannes Meier on September 15th, 2016 15:57

    Da liegt aber der „Freidenker“ voll daneben. Alkohol oder Drogen?
    Zumindest gibt es mangels Sachkenntnis im Rettungsdienst und Hirnmasse offensichtlich auch eine falsche Vorstellung über die ANSTELLUNG im Rettungsdienst bei den Hilfsorganisationen.
    Hier gibt es keine Beamten! – Zumal im öffentlichen Dienst (das DRK gehört explizit nicht dazu!) maximal 7% der Beschäftigten verbeamtet sein dürfen.
    Die überversorgten Berufsfeuerwehren und hauptamtlichen Wachabteilungen bei den Freiwilligen Feuerwehren mit einer geregelten 40 Stundenwoche bleiben ob der Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes in der Sachen unberührt, obwohl gerade diese gerne auf hohem Niveau stöhnen.
    Eine Gleichstellung ist m. E. für alle Rettungsdienste zwingend erforderlich. Schließlich wird das System für ALLE Bürger über die Krankenkassen mit hoffentlich gleichen Konditionen aus unser aller Geldbeutel bezahlt.

  4. Helios on September 15th, 2016 19:03

    Jammerei auf hohem Niveau? Welches Niveau ist da gemeint? Das Lohnniveau sicher nicht. Das einzige Niveau, dass hier hoch ist, ist das Stundenniveau. Möchten sie in einer Notsituation von einem völlig überarbeiteten und unterbezahlten Mitarbeiter der Rettung behandelt werden? Sie sollten nicht vergessen, dass diese Menschen Leben retten, das ist ein harter Job. Und wenn man dann mit 1200€ nach Hause geht und davon seine Familie ernähren soll, dann würde ich das nicht Jammern auf hohem Niveau nennen.

  5. Freidenker on September 16th, 2016 09:15

    Wenn ein MA den Betriebsfrieden nachhaltig stört, zerstört er die Grundlage für das Arbeitsverhältnis. Kein Betrieb kann sich das erlauben

  6. Olaf on September 16th, 2016 16:40

    Ich den was Freidenker hier schreibt sollte man nicht ernst nehmen.
    Leider darf sich hier jeder äußern und nun leider auch frei denken….letztes wohl nicht so gut gelungen….

  7. Fritz54 on September 16th, 2016 16:42

    das Lohnniveau kann nicht so niedrig sein, mir hat ein NFS der 1. Generation ,Mitte 20, versichert, daß er ab Mitte 2017 2.200 € NETTO + Zulagen bekäme!
    Ich kenne RA`s , Anfang 40 ,44 Std. Woche , die ähnliche Summen und mehr
    verdienen,
    also, lasst mal die Kirche im berühmten Dorf, zeigt mir mal ein Schlosser und/oder Bäcker der das verdient.
    Jammern auf hohem Niveau.
    In Polen, einem EU Land, verdient ein Paramedic 1.200 € bei 200 Std. im Monat

  8. Benjamin on September 18th, 2016 01:37

    @ Fritz54: leider ist die „Tarif“-Landschaft in Deutschland nicht einheitlich. Es kann gut und gerne sein, dass Kollegen in bestimmten Bundeslänern und Organistionen mehr verdienen als andere Kollegen. Jedoch hängt dies auch von verschiedenen Faktoren ab wie der Lohnsteuerklasse, Eingruppierung im TV, Betriebszugehörigkeit, etc.

    Zudem bezweifel ich, dass ein frischer NFS mit Mitte 20 bereits 3600€ BRUTTO bei Lohnsteuerklasse 4 + Zulagen verdient. Dann arbeitet er nicht bei einer Hilfsorganisation mit TV. Dies entspräche z.B. beim BRK der Lohngruppe 12!!!!! Und die haben selbst die Führungskräfte nicht!

    Gerade im Osten Deutschlands liegen die Gehälter weit davon entfernt. Da kann man froh sein, wenn man 2000€ Brutto als RA bei einer 48 Stunden Woche erhält, was NETTO je nach Lohnsteuerklasse zwischen 1300 und 1500€ sind. Immer noch zuwenig um eine Familie zu ernähren!

  9. Olaf. on September 18th, 2016 15:52

    Äpfel und Birnen.
    Was wer in welchem Land bekommt steht nicht im Fokus. Die Kollegen müssen ein gestzeswidriges Arbeitspensum ableisten. Selbiges auf „legale“ Bahnen zu bringen ist u.a. Aufgabe von Betriebsräten!
    Maulkörbe, „arbeitsrechtlichen Maßnahmen“ und mangelnde Reaktion auf Personalnot. Klassische Trias in vielen RD-Bereichen.
    Allerdings ist der Retter im allgemeinen durch seine unglaubliche Leidensfähigkeit selber an vielen Schieflagen Mitschuld.
    Wer stört den Betriebsfrieden? Der MA welcher auf Misstände hinweist, oder der AG welcher augenscheinlich durch Untätigkeit einen gefährdenden Zustand herbei führt?
    Ist aber in diesem Land leicht beantwortet. Derjenige der auf den Schmutz hinweist ist die Gefahr, nicht der Verursacher.

  10. Freidenker on September 19th, 2016 13:35

    Die Qualität der Antworten unterstreicht das tägliche erlebte Verhalten und die Einstellung von RD Mitarbeitern.

    Undifferenziertes Blubbern im Grenzbereich der Sachlichkeit anstelle von Leistung ob der Realitäten. Wenn ich keine Alternative habe , dann finde ich mich ab mit der Situation .
    Wenn ich das nicht will und kann , dann gehe ich.
    Gehalt wollt Ihr alle haben , eine Schippe mehr zu leisten , wenn Not am Mann ist , dass will keiner.

    Alles fordern , nichts geben und leisten wollen , Unruhe stiften und den Betrieb gefährden und heulen wie kleine KInder…… um Beamtenmentalität zu haben , bedarf es nicht Beamter zu sein.

  11. Tom on September 21st, 2016 15:51

    Sicherlich fällt es schwer, eine sachliche Meinung zu dem o.g Bericht abzugeben, wenn man die Fakten nicht kennt. Fakt ist aber, dass es Bereiche gibt, wo es die Regel ist, dass man eine 60 Stunden Woche hat oder gar darüber. Das ist über einen gewissen Ausgleichszeitraum einfach illegal und auch unzumutbar.
    Die Aussagen von dem Freidenker sind sehr bedenklich und erinnern doch sehr
    an die Zeit, in der es noch keinen Arbeitsschutz und keine Gewerkschaften gab.
    Gehalt für Arbeit ist selbstverständlich. Mehr leisten, wenn Not ist – wird praktiziert. Wenn es aber zur Regel wird und Vorgesetzte merken, dass es auch so geht, wird es keine Veränderung geben.
    Ich hoffe sehr, dass solche Menschen, wie der Freidenker, niemals eine Führungsposition einnehmen und Verantwortung für Menschen tragen.

  12. tangotango on September 22nd, 2016 09:01

    „Eine Schippe mehr leisten“ kann man nur fordern, wenn man seine Mitarbeiter grundsätzlich vernünftig behandelt. Und nur dann!

    Wenn diese jedoch eh bereits 48h in der Woche arbeiten, von denen dann ein Teil noch nicht mal bezahlt wird – sie also eh schon „für Luft und Liebe“ arbeiten müssen (!), dann ist es wiederum grundsätzlich eine absolute Frechheit des Arbeitgebers, dann auch noch mehr zu verlangen. Da spielt es auch keine Rolle ob „Not am Mann ist“ oder nicht.
    Auch ist es sehr seltsam dann davon zu sprechen, die Arbeitnehmer würden nur fordern, dafür aber nichts geben und leisten wollen. Insofern grenzt es schon an Frechheit und Ignoranz so etwas abzulassen wie der Herr „Freidenker“.

    Da leisten andere Leute und Berufe deutlich weniger (auf die Wochenarbeitsstunden bezogen) bei deutlich höherem Gehalt. Deutlich mehr.

    Unruhe stiftet dabei nur einer: Der Arbeitgeber.

  13. Fritz54 on September 22nd, 2016 15:48

    #tangotango : Da leisten andere Leute und Berufe deutlich weniger (auf die Wochenarbeitsstunden bezogen) bei deutlich höherem Gehalt

    Frage: Welche Berufe sollen das denn sein ?
    ich kenne Außenwachen da werden im 24 Std. Dienst max. 2-3 Einsätze gefahren, der Rest ist Maximalcouching

    Ich gebe #Freidenker recht, wem es nicht paßt, soll gehen, so einfach ist das ,
    die Bezahlung und die Arbeitszeiten haben sich im RD doch erheblich verbessert, ich kenne noch Zeiten da wurde der Nachdienst ab 22 Uhr generell nur mit 25 % angerechnet, u.a. deshalb mußten die Kollegen deutlich über 240 Std. p.M. anwesend sein oder es wurde für einen 24er Dienst nur 16 Std auf`s Stundenkonto gutgeschrieben usw. usw.

  14. tangotango on September 23rd, 2016 18:05

    Dass dir Außenwachen bekannt sind, die in einem 24h Dienst wenige Einsätze haben, hast du jetzt bereits an mehreren Stellen erwähnt. Darauf hatte ich schon (mehrfach?) gefragt, ob dies denn nun eine allgemeingültige Aussage wäre. Wenn nicht, dann frage ich mich doch ernsthaft, was diese Bemerkung in dieser Diskussion ständig zu suchen hat. Der großteil der Wachen die ich kenne hat ein deutlich anderes Einsatzaufkommen. Da werden in 24h mal eben 18 Einsätze abgerissen. Wir selbst haben in 24h ebenfalls ca. 12 bis, wenn viel los ist, ca. 16 Einsätze – pro RTW. Und davon haben wir mehr als einen.
    Da ist keine Zeit für „Maximalcouching“ – da ist kaum Zeit um mal beim Bäcker anzuhalten und sich ein Brötchen zu besorgen.

    Klar gibt es Wachen mit deutlich weniger Einsätzen. Und nun? Das bringt die Diskussion doch nicht weiter. Auch in anderen Berufen gibt es Phasen, in denen wenig oder gar nichts zu tun ist.

    Und die Bezahlung und Arbeitszeiten haben sich erheblich verbessert? Ja, schön! Wie oder wodurch haben die sich denn verbessert? Doch nicht, weil die Arbeitgeber so feine Kerle sind und nur das beste für die Arbeitnehmer wollen. Ein großer Teil davon bzw. von allen Rechten für die Arbeitnehmer insgesamt musste sich doch erkämpft und erstritten werden. In quasi jedem Beruf.

    Insofern ist es dann doch fast schon schizophren, wenn man dann auf der anderen Seite ständig wiederholt, „die Leute können doch gehen wenn es ihnen nicht gefällt“. Klar, man kann jedes mal im Leben, wenn man nicht zufrieden ist, die Klotten hinwerfen und aufgeben.

    Oder man kann vielleicht versuchen, etwas zu ändern.

    Mit eurer seltsamen Einstellung kann man jedoch nichts ändern. Mit derlei Einstellung ist man dem Arbeitgeber ausgeliefert, denn der kann machen was er will. Und wenn man damit nicht zufrieden ist.. ihr wisst ja, wo die Tür ist.

    In diesem Sinne
    „Bück dich hoch!“

  15. Olaf on September 25th, 2016 15:13

    Ich muss ein wenig schmunzeln über Freidenker…Er ist irgendwo witzig, aber von dem was Er äußert noch ein Kind .
    Naja knuddeln mag man Ihn wohl doch nicht, aber füttert man Trolle sieht man was dabei rauskommt

    Ernsthaft das ist eine Berufssparte aus der man aussteigen sollte.
    Es gibt und wird nie und nimmer in allen Bundesländern oder Orgie einheitliche Löhne geben.
    In Bremen liegt das Einstiegsgehalt eines Ras unter Rettungs Sanitäter Eingrupierung bei knapp 1500€ Netto.
    Und das zu liebe des Menschen……fragwürdig
    Ich würde mich schon schämen dieses Stellenangebot zu veröffentlichen….

    Die Belastung wird steigen und mehr werden.
    Es mag Städte geben wo bald pro Kopf Rtws fahren, weil die Einsatzzahlen steigen…..Und Personal immer öfter krank wird, dadurch ganz klar sich auch die Wochenarbeitszeit sich erhöt .

    Und ja Handwerker verdienen mehr , auch andere Berufsgruppen.
    Aber hier zu jammern bringt euch so viel wie jetzt genau jetzt 6 Richtige im Lotto zu haben….null.
    Es wird immer Personal oder Rdler geben die schreien “ ich bin billiger“, zur Freude mancher Geschäftsführer und da sind alle gleich, ob im Osten /Westen , Orgis, Private usw….

    Diese Berufssparte ist eine Schande in seiner Entwicklung.
    Doch Ihr macht es und wenn es darum geht was zu ändern , zieht Ihr den Schwanz ein.
    Aber solange euch das coole Posen und ein auf dicke Hose zu machen nicht schwer fällt, ist doch alles in Ordnung.

    Aus Liebe zum Menschen……

  16. Klaus58 on September 25th, 2016 20:34

    #Freidenker Recht geben ist aus meiner Sicht mehr als bedenklich. Natürlich lieber Fritz 54, dies kennen auch andere. Aber und das ist der Punkt ist es deshalb besser oder gar legal. Selbstverständlich gibt es Wachen mit unterschiedlicher Einsatzfrequenz aber da liegt es zuständigen Leider des RD hier eine „Personalrotation“ vorzunehmen, damit jeder MA mal in den „Genuss“ des ruhigeren Dienstes kommt. Zudem kräuseln sich bei mir die Nackenhaare wenn in verschiedenen Kommentaren zwischen den Kräften der Berufs-/hauptamlichen Feuerwehren und den HIORGs unterschieden wird. Begreift endlich einmal das Probleme nur gelöst werden können wenn alle!!! Beteiligten an einem Strang ziehen und das bitte in die gleiche Richtung

    den aktiven aus allen Bereichen wünsche ich immer gesunde Heimkehr

  17. Olaf on September 26th, 2016 11:41

    @Klaus….alle an einem Strang? Ist nicht böse gemeint, aber das ist die Realität , nimm die Rosarote Brille ab.
    Ein „Alle“ in der Berufsgruppe gibt es nicht….
    Und leider gibt es Unterschiede die aber auch gut so sind wie sie sind.
    Und wenn man ein Buch schreiben würde wie es im RD wirklich aussieht würde man überhaupt nicht mehr irgendwo eingestellt werden ……
    Der RD besteht zum grössten Teil aus „JA“ sagern, diejenigen die dir von hinten das Messer in den Rücken rammen, Prolls die nicht einmal wissen wie sie Ihre Stiefel zu bekommen, dafür aber die Sonnenbrille richtig sitzt, Leitern oder Chefs die mit deiner Existenz spielen und über diverse Bettgeschichten mit Vorgesetzten und Personal um eine Gehaltsstufe höher zu kommen oder sonst was ……
    Das ist der Rettungsdienst zu 60% …immerhin bestehen in 40% noch Hoffnung

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