Drohnen: Verkehrsminister strebt Regelung an


Berlin (rd.de) – Geht es nach dem Bundesverkehrsministerium, wird die Nutzung von Drohnen – sowohl privat als auch werblich genutzt – demnächst gesetzlich geregelt. Wie das Ministerium am Montag (09.11.2015) mitteilte, sei für alle Geräte ab 0,5 kg künftig eine Kennzeichnungspflicht geplant. Dadurch sollen bei Missbrauch oder Unfällen die Verursacher identifiziert werden können.

Das Bundesverkehrsministerium plant, die Nutzung von Drohnen per Gesetz zu regeln. Symbolfoto: Markus Brändli

Das Bundesverkehrsministerium plant, die Nutzung von Drohnen per Gesetz zu regeln. Symbolfoto: Markus Brändli

Auf der Website des Bundesverkehrsministeriums ist zu lesen, was die geplante Änderung bedeuten könnte:

„Private Drohnen-Flüge werden verboten in einer Höhe von mehr als 100 Metern, außerhalb der Sichtweite des Steuerers, über Industrieanlagen, Justizvollzugsanstalten, militärischen Anlagen, Menschenansammlungen, Unglücksorten oder Katastrophengebieten und Einsatzorten von Polizei oder anderen Sicherheitsbehörden oder -organisationen, Kraftwerken und Anlagen der Energieerzeugung und -verteilung sowie Bundesfernstraßen und Eisenbahnlinien.“

DRF Luftrettung begrüßt Pläne

Die DRF Luftrettung begrüße diese Planungen ausdrücklich, teilte die Organisation am Montag mit. „Drohnen stellen eine erhebliche Gefahr im Luftverkehr dar. Insbesondere Rettungshubschrauber, die bei Notfalleinsätzen auf Straßen, Parkplätzen, Sportflächen oder Wiesen landen müssen, sind durch den leichtsinnigen Einsatz von Drohnen gefährdet“, warnt Dr. Hans Jörg Eyrich, Vorstand der DRF Luftrettung. „Denn viele Nutzer wissen nicht, dass Drohnen nur in Sichtweite geflogen werden dürfen und sich nähernden Luftfahrzeugen sofort ausweichen müssen. Ein Zusammenstoß von Drohne und Rettungshubschrauber gefährdet Leben!“ Unter anderem war es im August 2015 in der Gemeinde Ebtal (Hessen) zu einem gefährlichen Zwischenfall mit einer Drohne gekommen (wir berichteten).

ADAC Luftrettung gibt’s Tipps

Die ADAC Luftrettung teilte im April 2015 schon mit, dass ihrer Ansicht nach die aktuellen gesetzlichen Regelungen zu unbemannten Luftsystemen nicht ausreichend seien. Vor allem Neueinsteiger in das Hobby sollten sich vor Inbetriebnahme über die geltenden Bestimmungen informieren, riet die Organisation. Hierfür würde sich ein Besuch bei einem Modellbauclub bzw. in einem Fachgeschäft eignen.

Damit der Luftraum für alle Beteiligten weiterhin sicher bleibt, sollten beim privaten Umgang mit Drohnen laut ADAC bis zu einer gesetzlichen Regelung folgende Punkte beachtet werden:

•    Modelle unter fünf Kilogramm dürfen ohne spezielle Erlaubnis aufsteigen, zwischen 5 und 25 Kilogramm bedarf es der Erlaubnis der zuständigen Luftfahrtlandesbehörde.

•    Wer eine Drohne steuert, braucht eine gesonderte Halterhaftpflichtversicherung. Gerade Neueinsteigern ist das weitgehend unbekannt. Daher fordert der Club eine Aufklärungspflicht der Hersteller oder der Vertriebsstellen über diese Pflicht und die bereits bestehenden gesetzlichen Regelungen.

•    Generell dürfen Drohnen nur in Sichtweite geflogen werden. Ohne Sichtkontakt zum Fluggerät kann dessen Betreiber nicht sehen, ob sich andere Fluggeräte in der Nähe befinden. Ein Zusammenstoß wäre so nicht zu verhindern. Daher ist dieser Punkt für die Sicherheit des Luftraums von großer Bedeutung und sollte allen Drohnen-„Piloten“ klar sein.

•    Ein Anti-Kollisionslicht zur einfacheren Sichtbarkeit und die Verpflichtung, ein solches bei jedem Flug in Betrieb zu nehmen, würden zu einer deutlich erhöhten Sichtbarkeit führen.

(09.11.2015; Symbolfoto: Markus Brändli)

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