DBRD: „Beispiellose Negativentwicklung in NRW“


Offenbach/Queich (rd.de) – Der Deutsche Berufsverband Rettungsdienst (DBRD) prangert die Entwicklung im Rettungsdienst Nordrhein-Westfalens an. Kritisiert wird dabei nicht nur die Umsetzung des Notfallsanitäter-Gesetzes (NotSanG), sondern auch die Qualifikation der Notärzte.

Anfang November 2014 warnte der DBRD bereits vor Plänen der Feuerwehren in Nordrhein-Westfalen, das NotSanG erst in 15 Jahren umzusetzen (wir berichteten). Damit würden die Bestrebungen des Bundesgesetzgebers „ausgehöhlt“. Das neue Vorhaben, eine in 2014 begonnene Ausbildung zum Rettungssanitäter als Beginn einer Rettungsassistenten-Ausbildung zu werten und so auch RA-Ausbildungen nach dem 31. Dezember 2014 möglich zu machen, bezeichnet der DBRD als „nie dagewesene Kapriole“. Indirekt kündigt der Berufsverband an, diese Rechtsauffassung juristisch prüfen zu lassen.

Erstmals kritisiert der DBRD in deutlicher Form auch den Zustand der Notarztversorgung in Nordrhein-Westfalen. Ein lediglich 80-stündiger Lehrgang sei erforderlich, um im bevölkerungsreichsten Bundesland als Notarzt eingesetzt zu werden. Die Zusatzbezeichnung „Notfallmedizin“ sei in NRW – anders als in vielen Ländern – an Rhein und Ruhr nicht vorgeschrieben.

Fazit des DBRD: „Diese Zustände führen zu einer nicht mehr zeitgemäßen Patientenversorgung.“

(10.12.2014)

5 Responses to “DBRD: „Beispiellose Negativentwicklung in NRW“”

  1. Ingo Weidemeier via Facebook on Dezember 10th, 2014 12:08

    Das kommt bei solch ein halbherzigen Bundesgesetz bei raus!
    Entweder wird einheitlich ausgebildet, so das man jede Schule für NFS Ausbildung/Prüfung besuchen kann, oder man stampft das Gesetz wieder ein!
    Was zur Zeit abgeht ist einfach nur noch schädlich für den Beruf!
    Als DBRD Mitglied kann ich mir nicht vorstellen, das diese Gesetzumsetzung so aussehen sollte! Ihr seid jetzt als Antreiber in der Pflicht! Vertretet uns!

  2. Martin Thiel via Facebook on Dezember 10th, 2014 12:13

    Der DBRD soll ein Berifsverband sein, lache ich mich tot so langsam schießen die übers Ziel hinaus

  3. Matthias Dumke via Facebook on Dezember 10th, 2014 21:54

    Die Prüfung nicht nur in Erwägung ziehen sondern auch wirklich Klage einreichen. Sonst fängt jedes sparwütige Bundesland nachher vielleicht noch mit ganz eigenen Ausbildungen an um Kosten zu sparen

  4. Thomas O. on Januar 7th, 2015 13:32

    Es ist unvorstellbar, dass in einer Republik wie unserer überhaupt unterschiedliche Auslegungen eines beschlossenen Gesetzes erlaubt werden. Ich verstehe nicht, dass da nicht gleich von ganz Oben eingeschritten wird. Warum müssen erst Berufsverbände auf die Barrikaden steigen und protestieren. Aber das zeugt auch von einer unglaublichen Ignoranz der verantwortliche staatlichen Organe. Andererseits werden Hilfsorganisationen „alleingelassen“ mit der Personalgewinnung/Förderung (Thema „Mindestlohn und Tarifgestaltung im Sinne des NotSanG)

  5. Olaf on Januar 8th, 2015 12:56

    Manchmal muss man Feuer auch mit Feuer bekämpfen.
    NRW macht es richtig

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