COPD: Opioide können eine Option sein


Bremen (rd_de) – Nicht nur bei Tumorerkrankungen, unter anderem auch bei Patienten mit COPD konnten Studien eine deutliche, klinisch signifikante Wirkung von oralen und parenteralen Opioiden nachweisen.

Wie in der aktuellen Ausgabe des Rettungs-Magazins (5/2018) zu lesen ist, konnte in keiner Studie eine Atemdepression festgestellt werden. Bei sachgemäßer Anwendung ist eine klinisch signifikante Atemdepression also nicht zu erwarten.

Eine opioidbedingte Reduktion der Atemfrequenz bei häufig mit Atemnot einhergehenden Tachypnoe auf eine physiologische Atemfrequenz ist ausdrücklich erwünscht und führt zu einer Ökonomisierung der Atmung und in der Folge zu einer besseren Sauerstoffsättigung des Blutes.

Notärzte, die zur Linderung einer Atemnot Opioide einsetzen möchten, sollten bedenken, dass die notwendige Dosierung niedriger als in der Schmerztherapie ist. Die üblichen Anfangsdosierungen liegen bei 2 bis 5 mg Morphin i.v.

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(Text: Dr. Ingo Blank, Chirurg und Leitender Notarzt; 11.07.2018; Symbolfoto: Markus Brändli) [5425]

One Response to “COPD: Opioide können eine Option sein”

  1. Wouter on Juli 18th, 2018 12:39

    Diese Erkenntnis ist in der Klinik lange bekannt ( => Palliative Versorgung ) , die AGNN beschreibt es m.W.n für Ihre Mitglieder in einem Ratgeber ( Offlabel ), leider wird es von sehr vielen Notfallsanitätern negiert, da es nicht in den SOP für exazerbierte COPD aufgenommen ist.In Standardfortbildungen wird es nicht erwähnt. Und weil es nicht in SOP steht, ist der derjenige der um diese Option weiss und sein Wissen im Extremfall anwendet , alternativlos ein unprofessioneller Kollege.

    Ich verweise in diesem Zusammenhang auf den Kollegen der sich vor ca 2,5 Jahren in Suedwestdeutschland wegen BTM Gabe ( bei akut ex. COPD )selbtanzeigte und sein Verfahren m.W.n. eingestellt wurde

    Der Fall dieses Kollegen wurde an einer anderen Stelle des Internets zerdiskutiert, die Argumente der “professionellen” Kollegen contra BTM bei akut ex. COPD waren leider nur emotional und moralistsich und reichten über den flankierten Weg nicht hinaus.
    Bereits maximal mit Salbutamol und mit Atrovent dosierte Patienten sollen aus Sicht der negierenden Kollegen weiter- bzw. überdosiert werden. Weil der ÄLRD es so in SOP bestimmt hat .
    Fachwissen scheint nur noch darin zu bestehen , SOP auswendig abzuspulen , ohne dabei wirkliches FAchwissen, Alternativen und Transferwissensleistungen zu kennen und anzuwenden.
    Die Lösung über CPAP wird meist nie in Betracht gezogen ; das liegt vielleicht an der fehlenden Ausrüstung
    mit nachdenklichem Gruss
    Wouter

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