Bevölkerungsschutz: Umfrage zeigt Aufklärungsbedarf


Hannover (JUH) – Die Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) hatte in Niedersachsen und Bremen eine Meinungsumfrage in Auftrag gegeben, um auszuloten, wie gut sich die Menschen in den beiden Bundesländern mit dem Thema „Bevölkerungsschutz“ auskennen.

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Dabei kam unter anderem heraus: Die Mehrheit der Menschen in Niedersachsen und Bremen kann mit dem Begriff „Bevölkerungsschutz“ nichts anfangen oder versteht ihn falsch. Lediglich neun Prozent der Bürger assoziieren damit den Katastrophenschutz als zentrales Tätigkeitsfeld. In erster Linie wird der Schutz vor Kriminalität, Terror oder Krieg zum Beispiel durch die Polizei mit dem Begriff in Verbindung gebracht. So das Ergebnis einer aktuellen Umfrage zum Thema Bevölkerungsschutz und Ehrenamt, das das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der JUH durchführte. Insgesamt 76 Prozent der befragten Bürger wären bereit, für Leistungen des Bevölkerungsschutzes – etwa durch zusätzliche Steuerabgaben – zu bezahlen oder finanziell aufzukommen.

Weniger als die Hälfte der unter 30-Jährigen in Niedersachsen und Bremen weiß, dass die Aufgaben im Bevölkerungsschutz weitgehend durch Ehrenamtliche geleistet werden. Aber 64 Prozent von ihnen können sich ein ehrenamtliches Engagement in diesem Bereich vorstellen.

Die Forsa-Umfrage zeigt zudem ein deutliches Stadt-Land-Gefälle: In ländlichen Gegenden ist 67 Prozent bekannt, dass die Tätigkeiten im Bevölkerungsschutz durch Ehrenamtliche geleistet werden. Ein geringerer Wissensstand herrscht dagegen in Großstädten (40 Prozent).

Bemerkenswert ist, dass es bereits eine große Unterstützung von Seiten der Arbeitgeber gibt, die ein Ehrenamt ihrer Angestellten befürworten. Nur 23 Prozent der abhängig Beschäftigten wünschen sich an dieser Stelle mehr Entgegenkommen.

„Nach der Flüchtlingshilfe, dem bisher größten und längsten Einsatz in der Bundesrepublik Deutschland, wollen wir den Bürgern, der Politik und den Behörden verdeutlichen, dass Bevölkerungsschutz ohne gesunde ehrenamtliche Strukturen nicht funktionieren kann“, bekräftigt Thomas Mähnert, Landesvorstand der JUH in Niedersachsen und Bremen. Zur Anfang November 2016 gestarteten landesweiten Werbekampagne zur Ehrenamtsgewinnung „Helden bitte melden“ stimmten die ersten Rückmeldungen hoffnungsfroh, teilten die Johanniter mit.

(22.11.2016; Foto: JUH)

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