Bayern plant Akademie für den Bevölkerungsschutz


München (rd_de) – Unter Federführung des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) plant Bayern, eine eigene Akademie für den Bevölkerungsschutz aufzubauen. Sie soll Ausbildungs- und Trainingsmöglichkeiten für die ehrenamtlichen Kräfte aller Hilfsorganisationen bieten.

Übung Weilheim bei Fa. Fischer, angenommene Lage: Massenkarambolage auf A8

Womöglich in Cham plant das BRK, eine eigene Akademie für den Bevölkerungsschutz zu eröffnen. Symbolfoto: Markus Brändli

BRK-Präsident Theo Zellner bestätigte am Montag (01.08.2016) in Cham, dass seine Organisation seit längerer Zeit die Errichtung eines solchen Ausbildungs- und Trainingszentrums für komplexe Gefahrenlagen plane. Damit verbunden sei auch ein zentrales Lager zur Bevorratung von Hilfsgütern wie zum Beispiel Zelten, Betten und sanitären Anlagen. Ausschlaggebend seien hierfür die Erfahrungen, die im Zusammenhang mit der Flüchtlingshilfe und den letzten großen Hochwassereinsätzen gesammelt wurden.

Auf ihrer Klausurtagung in St. Quirin beschloss die bayerische Landesregierung, die Planungen des BRK zu unterstützen. „Angesichts der sich ständig und in starkem Maße ändernden Bedrohungsszenarien, vor allem durch Terror und Folgen des Klimawandels, kommt einer intensiven Aus- und Fortbildung sowie guten Trainings- und Übungsmöglichkeiten für den Einsatz der freiwilligen Hilfsorganisationen ganz besondere Bedeutung zu“, erklärte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann.

Finanzstaatssekretär Albert Füracker setzt sich dafür ein, dass das neue Zentrum in der Oberpfalz eingerichtet wird. „Wir haben hier in der Oberpfalz bereits umfangreiche Erfahrungen im Bereich der Rettungsdienste“, sagte Füracker mit Blick auf das Projekt „Grenzüberschreitender Rettungsdienst“ des BRK in Cham.

Nach Informationen des bayerischen Innenministeriums plant das BRK die Akademie für alle Hilfsorganisationen. Sie soll Schulungsräume für die praktische Ausbildung sowie eine Trainingshalle und Freiflächen enthalten. Auch an Trainingsmöglichkeiten zum Beispiel für die Wasserrettung, für die Rettungstaucherausbildung oder die Bootsausbildung sei gedacht.

„Das Beispiel des gut ausgelasteten Bergwachtzentrums in Bad Tölz  führt uns vor Augen, welch positive Resonanz ein Trainingszentrum dieser Art europaweit haben kann“, so Herrmann. Darüber hinaus könnte eine solche Ausbildungsstätte zu einer Entlastung der staatlichen Feuerwehrschulen, insbesondere derjenigen in Geretsried führen, da zum Beispiel Lehrgänge im Rettungs-und Sanitätsbereich an die Akademie verlagert werden könnten.

(04.08.2016; Symbolfoto: Markus Brändli)

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