Baden-Württemberg plant zweistufige Hilfsfrist


Stuttgart (rd.de) – Der Rettungsdienst Baden-Württembergs gerät seit einiger Zeit immer wieder in die bundesweiten Schlagzeilen. Da zanken sich Mannheim und Heidelberg bei der Frage, wer die künftige gemeinsame Leitstelle bekommen soll (wir berichteten). Und auch die Hilfsfristen bereiten den Menschen im „Ländle“ immer wieder Sorgen.

Doch zumindest damit soll bald Schluss sein. Für das neue Rettungsdienstgesetz ist nämlich eine zweistufige Hilfsfrist vorgesehen: Das erste Rettungsmittel müsste demnach spätestens nach 12 Minuten vor Ort sein. In der Regel dürfte das der Rettungswagen sein. Der Notarzt bzw. dem zweiten Rettungsmittel würde mehr Zeit eingeräumt. Es müsste innerhalb von 18 Minuten eintreffen. Bisher gilt eine Hilfsfrist von 10, in Ausnahmefällen bis 15 Minuten. Weil sich aber die Ausnahme zur Regel entwickelt hat, soll eine neue Regelung her.

Doch die Pläne stoßen bei den Praktikern auf wenig Gegenliebe, wie die „Stuttgarter Nachrichten“ festgestellt haben. Laut Landesärztekammer sei solch eine Vorgabe „nicht tragbar“. Die Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutscher Notärzte bezeichnet die Idee laut Zeitung als „sehr grenzwertig“. Aus dem Forum Notfallrettung Stuttgart war der Vorwurf zu hören: „Da wird nur herumgedoktert.“ Diese Kritik dürfte sich aber nicht allein auf die Hilfsfrist, sondern auch auf die anderen zentralen Punkte (Notfallsanitäter, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst, Mitspracherecht der Rechtsaufsicht) des neuen Rettungsdienstgesetzes beziehen.

Den Beitrag der „Stuttgarter Nachrichten“ lesen Sie hier.

(09.12.2014)

3 Responses to “Baden-Württemberg plant zweistufige Hilfsfrist”

  1. Jörn on Dezember 9th, 2014 10:38

    „Ausnahme zur Regel entwickelt“? Wenn dem nur so wäre, dann würde wohl keiner etwas sagen. Fakt ist aber leider, dass in weiten Teilen Baden-Württembergs noch nicht einmal die 15-Minuten-Fristen für RTW und Notarzt eingehalten werden. Das ist der eiegntliche Skandal!

    Wie gestern aus dem Stuttgarter Innenministerium zu erfahren war, liegt dort derzeit gar kein Referentenentwurf vor. Das heißt also, dass noch Alles offen ist.

    Aber schon jetzt sind die Landtagsfraktionen, die Landtagsausschüsse, das Innen- sowie das Sozialministerium wie auch die (Hilfs-)Organisationen, die Feuerwehren, die privaten Rettungsdienstunternehmen, die Krankenhäuser und die Ärzteschaft sowie die kreisfreien Städte und Landkreise (ggf. der örtliche Landkreistag) gefordert, ihre Positionen unmissverständlich deutlich zu machen.

    Letzten Endes entscheidet dann aber der Gesetzgeber – und das ist das Landesparlament!

    Herzliche Grüße in den Südwesten

  2. O.Heinz on Dezember 9th, 2014 11:59

    @Jörn: Das RDG ist aber auch eher Sache des Sozialministeriums denn des Innenministeriums, zumindest in BaWü

  3. Jörn on Dezember 9th, 2014 19:52

    @O.Heinz: Noi, das IM hat das Ganze bereits im Mai 2011 vom SM übernommen – dem Regierungswechsel im März 2011 sei Dank. 🙂

    Übrigens hat sich am heutigen Dienstag (09.10.2014) der DRK-Landesverband Baden-Württemberg zu dem Vorstoß des IM geäußert: http://www.drk-baden-wuerttemberg.de/aktuelles/newsdetails/archiv/2014/dezember/09/meldung/142-drk-keine-aufweichung-der-hilfsfristen.html

    Herzliche Grüße

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