Baden-Württemberg: Hilfsfristen weiterhin Sorgenkind


Stuttgart (rd_de) – Die Hilfsfristen des Rettungsdienstes in Baden-Württemberg bereiten dem Land weiterhin Sorgen. Trotz struktureller Verbesserungen der rettungsdienstlichen Versorgung, ist es nicht gelungen, die Eintreffzeiten zu verbessern. Grund hierfür seien die gestiegenen Einsatzzahlen, wie das Innenministerium am Donnerstag (01.09.2016) mitteilte.

Im Vergleich zu 2015 ist die Zahl der Rettungswageneinsätze laut Innenministerium mit 75.000 Einsätzen um knapp acht Prozent und bei Notärzten um fast elf Prozent (27.600 Einsätze) gestiegen. Im Rettungsdienst-Bereich Heilbronn konnte die 15-Minuten-Frist nur in 88,6 Prozent aller Notfalleinsätze erreicht werden. In Waldshut waren es nur 89,7 Prozent.

Das Innenministerium sieht vor, die zuständigen Stellen für die Rettungsdienstplanung mit der Analyse der Situation zu beauftragen. Ziel sei es, den Rettungsdient im Land weiter zu verbessern.

Mögliche Ursachen für die gestiegenen Einsatzzahlen sieht das Land unter anderem in der Zunahme von Verlegungstransporten. Als weitere Ursachen nennt das Innenministerium die unzureichende Nutzung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes sowie den demographischen Wandel.

Das Land stellte im Jahr 2015 rund 2,1 Millionen Euro bereit, um die rettungsdienstlichen Versorgungsstrukturen weiter auszubauen. Die Gelder flossen in den Neubau der Rettungs- und Notarztwachen in Baden-Baden, Pforzheim und Tauberbischofsheim.

Außerdem wurden laut Innenministerium 20 Rettungswagen und Notarzteinsatzfahrzeuge zusätzlich in Betrieb genommen. Darüber hinaus wurden die Zeiten, in denen Rettungsdienste und Notärzte zur Verfügung stehen, aufgestockt.

Das Deutsche Rote Kreuz setzt sich angesichts der schlechten Hilfsfristen für zügigere Vorhalteerweiterungen in den einzelnen Rettungsdienst-Bereichen ein. „Es ist nicht nachvollziehbar, dass in vielen Fällen erst Gutachter eingeschaltet werden müssen, um das Ausmaß der Vorhalteerweiterung festzulegen. Das kostet viel Zeit und führt dazu, dass die Inbetriebnahme des zusätzlichen Rettungsmittels den steigenden Einsatzzahlen immer hinterher hängt“, führt Dr. Lorenz Menz, Präsident des DRK-Landesverbandes Baden-Württemberg, aus.

(02.09.2016; Symbolfoto: Markus Brändli)

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