Ungebundene Helfer: So lassen sie sich einbeziehen


Hannover (rd.de) – In einem Vortrag zum Thema “Neue Engagementformen im Bevölkerungsschutz” wurden auf der Interschutz in Hannover neue Erkenntnisse aus der Forschung zu ungebundenen Helfern (UH) vorgestellt. Die freiwilligen, keiner Organisation angehörenden Helfer könnten bei der Bewältigung von Großschadenslagen eine zunehmend wichtigere Rolle spielen. Ein zentrales Ergebnis der DRK-Sicherheitsforschung: Dank sozialer Medien spielt heute nicht mehr die Frage, ob, sondern wie ungebundene Helfer möglichst effektiv eingebunden werden können.

Ungebundene Helfer unterscheiden sich von der Selbst- und Nachbarschaftshilfe. Für die UH gilt, dass sie geographisch wesentlich ungebundener sind. Somit werden diese Kräfte nicht nur in ihrem unmittelbaren sozialen Umfeld aktiv. Darüber hinaus weisen die freiwilligen Helfer nach Ansicht von Referent Matthias Max einen hohen Grad an eigenständiger Mobilisierung und Organisation auf.

Genau hier liege aber ein Problem: Da der ungebundene Helfer keine verlässliche Größe darstelle, erschwere dies eine gezielte Einsatzplanung. Darüber hinaus sei eine Koordinierung der Kräfte schwer, da den UH keine institutionalisierte Struktur zu Grunde liege.

Dennoch sieht Matthias Max in diesen Helfern Potential, das aus Sicht der Hilfsorganisationen genutzt werden sollte. Ungebundene Helfer stellten vor allem “Manpower” dar. Eine Entlastung der Einsatzkräfte bei händischen Tätigkeiten sei daher möglich. Hinzu komme, dass die UH einen hohen Grad an Motivation aufwiesen. Zudem könnten sie im Gegensatz zu spezialisierten Einsatzkräften sehr flexibel eingesetzt werden.

Der DRK-Sicherheitsforschung stellt sich nun die Frage: Wie können Strukturen in den Hilfsorganisationen geschaffen werden, um UH bestmöglich einzubeziehen. Geplant ist ein Leitfaden, der den DRK-Landesverbänden als Hilfestellung dienen soll.

(12.06.2015; Foto: Technisches Hilfswerk)

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