Flüchtlinge: Tipps zum Infektionsschutz für Helfer


Fluechtlinge-Johanniter-Gerhard Bieber_580Bremen (rd.de) – Wer als haupt- oder ehrenamtlicher im Katastrophenschutz arbeitet, lernt sehr früh, auf seinen Eigenschutz zu achten. Auch der Einsatz in Aufnahmeeinrichtungen für Asylsuchende bildet da keine Ausnahme. Ein erhöhtes Risiko für die Helfer geht hier von Krätze oder Infektionskrankheiten wie Tuberkulose aus. Welche Schutzmaßnahmen sinnvoll sind, lesen Sie hier.

Tuberkulose: Flüchtlinge als potenzielle Überträger?

Viele Asylsuchende, die Deutschland erreichen, sind seit Wochen und Monaten unterwegs. Auf ihrer Flucht kamen sie teilweise in überfüllten Camps ohne ausreichend Wasser, sanitäre Anlagen und ärztliche Versorgung unter. Hier lebten sie mit vielen Menschen auf engstem Raum und unter schwierigen hygienischen Bedingungen zusammen. – Alles Faktoren, die die Ausbreitung von Infektionskrankheiten wie Tuberkulose fördern.

Krätze: Flüchtlinge betroffen

Bei haupt- und ehrenamtlichen Helfern, die sich in Deutschland um diese Asylsuchenden kümmern, muss davon ausgegangen werden, dass sie einem erhöhten Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind. Dieses steigt durch den engen persönlichen Kontakt zu den Menschen und ihren persönlichen Gegenständen. Hier besteht besonders die Gefahr, dass Krätze übertragen wird.

Mit entsprechendem Impfschutz, angemessenen Hygienemaßnahmen und Schutzkleidung lässt sich das Risiko einer Infektion allerdings spürbar senken.

Wer als Helfer zum Beispiel in einer Erstaufnahmeeinrichtung eingesetzt wird, für den bietet unter anderem das Robert-Koch-Institut (RKI) wichtige Hinweise. Hinsichtlich des Impfschutzes empfiehlt das RKI:

•    Tetanus
•    Diphterie
•    Polio
•    Keuchhusten
•    Masern
•    Mumps
•    Röteln
•    Influenza
•    Hepatitis A
•    Hepatitis B

Ein Großteil der genannten Impfungen gilt heute – unabhängig vom Umgang mit Asylsuchenden – als Standard (zum Beispiel Tetanus). Eine Hepatitis-A-Impfung ist all jenen Einsatzkräften zu empfehlen, die beispielsweise beim Wickeln von Kindern regelmäßig mit Stuhlgang in Berührung kommen könnten. Helferinnen, die schwanger sind oder stillen, dürfen ebenso wenig wie immungeschwächte Einsatzkräfte in belegten Erstaufnahmeeinrichtungen eingesetzt werden.

Die Kosten für den allgemein üblichen Impfschutz übernehmen die Krankenkassen. Eine kombinierte Hepatitis-A- und -B-Impfung kostet rund 230 Euro und sollte entweder von der einsetzenden Hilfsorganisation oder der Krankenkasse übernommen werden. Der Helfer sollte dies vorab klären.

Belehrung: Infektionsschutz darf nicht fehlen

Vor dem Einsatz in einem Erstaufnahmelager müssen die neuen Helfer über Maßnahmen zum Infektionsschutz informiert werden. Dabei kann man auf ein Infoblatt der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) zurückgreifen. Es fasst

•    die wichtigsten Hygienemaßnahmen,
•    die persönliche Schutzausrüstung sowie
•    alle Handlungsempfehlungen und Hygieneregeln

zusammen.

Verlassen Asylsuchende offiziell die Erstaufnahmeeinrichtung, kann der Helfer davon ausgehen, dass von diesen Menschen aufgrund ärztlicher Untersuchungen und Impfungen nur noch eine sehr geringe Ansteckungsgefahr ausgeht. Besondere Vorkehrungen, die über allgemein übliche Hygienemaßnahmen hinausgehen, sind hier nicht erforderlich.

(Symbolfoto: Gerhard Bieber/Johanniter; 14.12.2015)

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