Einigung auf Ausbildungsstandards für Erste Hilfe


Köln (ASB) – Die fünf Hilfsorganisationen in der Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe (BAGEH) haben sich am Dienstag (27.01.2015) auf verbindliche Standards in der Erste-Hilfe-Aus- und Fortbildung geeignet. Die gemeinsamen Grundsätze gelten rückwirkend zum 1. Januar 2015. „Sie sichern ein einheitliches Qualitätsmanagement der Mitgliedsverbände in der Aus- und Fortbildung in Erster Hilfe“, erklärt der aktuelle Geschäftsführer der BAGEH und Referent für Notfallausbildung beim ASB, Christian Kamp.

Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) ist Mitglied der BAGEH und hat in diesem Jahr deren Vorsitz inne.

In den gemeinsamen Grundsätzen werden neben der Qualifikation der Lehrkräfte und der Ausstattung der Lehrgangsräume sowie des Unterrichtsmaterials vor allem Inhalt und Umfang der Erste-Hilfe-Aus- und -Fortbildung festgelegt. Die Grundätze bilden somit die Grundlage für die Reform der Erste-Hilfe-Ausbildung, die ab 1. April 2015 in Kraft tritt (wir berichteten).

„Das Ziel der Reform ist eine Verkürzung der Grundkurse von zwei auf einen Tag, damit mehr Menschen ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse auffrischen“, betont Kamp. So wird es ab April nur noch eine Erste-Hilfe-Grundausbildung von neun statt bisher 16 Unterrichtstunden geben. „Die Grundsätze ebnen damit den Weg, die Erste-Hilfe-Kurse einheitlich zu entschlacken“, sagt der Geschäftsführer der BAGEH. „Dies entspricht auch dem Wunsch der Unfallversicherungen nach Reduzierung der Unterrichtsinhalte.“

Die Kürzung der Erste-Hilfe-Grundausbildung betrifft auch die Ausbildung zum Ersthelfer im Betrieb. Unklar ist derzeit noch, ob auch der bisher achtstündige Kurs „Lebensrettende Sofortmaßnahmen“ für Führerscheinanwärter geändert wird. Darüber wird das Bundesverkehrsministerium in den nächsten Tagen entscheiden. „Wir gehen aber davon aus, dass dieser Kurs wie die anderen auch auf neun Unterrichtsstunden angepasst wird“, sagt Christian Kamp, „sodass es in Zukunft nur noch einen Kurs für alle geben wird.“

Zu den ausbildenden Hilfsorganisationen, die Mitglied der BAGEH sind, gehören neben dem Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland (ASB) die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), das Deutsche Rote Kreuz (DRK), die Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) und der Malteser Hilfsdienst (MHD).

In der kommenden Ausgabe des RETTUNGS-MAGAZINS (2/2015) berichten wir ausführlich über eine Studie, die die Qualität der heutigen Erste-Hilfe-Ausbildung untersucht hat.

(29.01.2015; Foto: ASB)

3 Responses to “Einigung auf Ausbildungsstandards für Erste Hilfe”

  1. Max on Februar 4th, 2015 15:20

    „Dies entspricht auch dem Wunsch der Unfallversicherungen nach Reduzierung der Unterrichtsinhalte.“

    Ich glaube das ist sogar der eigentliche Auslöser der ganzen Änderung. Die Unfallversicherungen werden dadurch eine Menge Geld sparen, das sonst bei Erstausbildung in die übrigen 7 Stunden geflossen wäre. Summiert auf alle Kurse in ganz Deutschland führt dies sicherlich zu einer immensen Kosteneinsparung.

  2. rescueklaus on Februar 4th, 2015 20:22

    Die im Kommentar angegebenen Ausbildungszeiten beziehen sich nicht auf Stunden sondern Unterrichtseinheiten. Eine UE ist 45 Min. und nicht eine Std.

    Grüße
    Rescueklaus

  3. Peter Andres on Februar 4th, 2015 22:02

    Wenn ich das hier von Max lese, glaube ich das hier etwas falsch rüber gekommen ist. Die Unfallversicherungen haben sich dem Vorschlag der BAGEH angeschlossen und somit übernommen. Wir wissen ja alle das die Hilfsorganisationen leider nicht mehr so gut (viele) Ausbilder bestückt sind und somit woll ein Engpass bei der Aus- und Fortbildung der Ersthelfer in Betriebe enstehen könnte. Somit kommt man mal wieder einen Wunsch der Hilfsorganisationen entgegen.

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