Ehrenamt: Münster und seine Wache 8


Ehrenamt Münster Wache 8Münster (rd.de) – Rettungsdienst und Ehrenamt? Münster zeigt, wie das zusammenpasst. Am 30. September 2005 wurde in der Innenstadt die „Wache 8“ eröffnet. Sie wird nur am Wochenende besetzt, und bei den Einsatzkräften handelt es sich ausschließlich um Ehrenamtliche. Das DRK Münster und drei weitere Hilfsorganisationen kooperieren bei dem Projekt, das Modellcharakter haben könnte. Doch das Notfallsanitäter-Gesetz bedroht den Fortbestand. Ein Rückblick zum 10-jährigen Bestehen.

Die „Wache 8“ in Münster gibt es seit 2005. Sie wurde ins Leben gerufen, um ehrenamtliche Rettungssanitäter und Rettungsassistenten vom Arbeiter-Samariter-Bund, des DRK Münster, der Johanniter-Unfall-Hilfe und vom Malteser Hilfsdienst in die Notfallrettung unter Leitung der Berufsfeuerwehr Münster einzubinden. Der positive Effekt für das Ehrenamt: Münster erhält Helfer mit viel Praxis für die Aufgaben im Bevölkerungsschutz.

Ehrenamt: Münster macht’s vor

Mittlerweile hat sich das „Wache 8“-Modell etabliert: Es ist in den zehn Jahren seines Bestehens zu einem wichtigen Einsatzfeld für ASB Münster & Co. geworden. Aber auch zu einer wertvollen Ergänzung für den kommunalen Rettungsdienst in der Stadt. So wickelten die Einsatzkräfte der „Wache 8“ im vergangenen Jahr 812 Einsätze ab. 450 Einsätze sind es bereits in diesem Jahr. Zum Start der „Wache 8“ waren es lediglich 45 Schichten mit 146 Einsätzen.

Wie das Ehrenamt in Münster darüber hinaus den öffentlichen Rettungsdienst unterstützt, lesen Sie in unserem eDossier „Ehrenamt: Münster und seine Wache 8“. Laden Sie hier das eDossier herunter.

(Text: Kai Vogelmann, Malteser Münster; 2015)

eDossier „Ehrenamt: Münster und seine Wache 8“
•    Umfang: 7 Seiten
•    Dateigröße: ca. 2 MB/PDF-Format
•    Ein Beitrag aus Rettungs-Magazin 1/2015

13 Responses to “Ehrenamt: Münster und seine Wache 8”

  1. DerHorst on Oktober 14th, 2015 18:36

    Ein Hoch auf das Notfallsanitätergesetz! Auch wenn es da noch viel zu klären und zu regeln gibt: dem ehrenamtlichen Regelrettungsdienst wird es wohl ein Ende setzen und damit für diejenigen, die mit dem Job ihren Lebensunterhalt verdienen, Gehaltsverhandlungen erleichtern. Welches Argument hatte ein hauptamtlicher Retter denn bisher dafür, wenn er mehr Geld haben wollte? Keines. Es gab immer die Antwort: „Mehr Geld!? Warum, es gibt genug, die Deinen Job für lau machen würden!“

  2. Olaf on Oktober 17th, 2015 08:55

    Sowas findet man auch nur im Rettungsdienst.
    Eine witzige Berufssparte.
    Verdient den Comedy Preis 2015.

  3. Todde on Oktober 18th, 2015 11:20

    Mir stellen sich bei solchen Artikeln die Nackenhaare auf! Ich finde Ehrenamt gut und wichtig aber bitte nicht als Teil des Regelrettungsdienstes!!! Sowas bringt nur Nachteile für die hauptamtlichen Kollegen! Wir hoffen seit Jahren das wir irgendwann mal vernünftig bezahlt werden und die Hobbyretter machen die Verhandlungen nicht grad leichter.. Dann sollen sie doch als 3. Mann/Frau auf den Wachen mitfahren und so Erfahrung sammeln. Da bin ich wirklich froh das der Notfallsani diesem Blödsinn einen Riegel vorschieben wird! Dauert leider noch ein bisschen aber der Tag kommt näher;-)
    Der Rettungsdienstmitarbeiter muss endlich besser bezahlt werden und ehrenamtliche Personen haben auf den Rettungsmitteln nichts zu suchen, zumindest nicht als Teil der Regelbesatzung!!!

  4. tangotango on Oktober 19th, 2015 10:17

    Volle Zustimmung @ den Vorrednern!

  5. Fritz54 on Oktober 22nd, 2015 13:14

    Hallo
    @Todde,
    und @tangotango,
    ich, als ehemaliger ehrenamtlicher RS im RD muss ihnen natürlich Recht geben, ein z.B. „Hobbykoch“ kocht auch nicht mal so in einem Sternerestaurant mit, ganz klar.
    Aber ihr hauptamtlichen Rettungskräfte habt alle ein Problem mit der Anerkennung des Berufes in der realen Welt, für viele seit ihr einfach nur „Krankewagenfahrer“,
    auch die einjährige Ausbildung zum RA (ich weiß plus Anerkennungsjahr) hat euch wenig genützt, erst jetzt kommt die dreijährige Ausbildung zum NFS, richtig so, aber jeder Bäcker oder Schlosser lernt doch auch 3 Jahre .
    Es wäre schön, wenn sich diese neue Ausbildung auch im „Geldbeutel“ bemerkbar machen würde, leider bin ich da nicht sehr optimistisch.

  6. Christoph on Oktober 22nd, 2015 13:52

    Hallo,

    ich verfolge die Diskussion mit Erschrecken; natürlich ist es verständlich, wenn man mehr Lohn und Anerkennung fordert (was in der Tat in dem Berufsfeld viel zu wenig ist), aber: Was passiert bei einem MANV im innerstädtischen oder gar im ländlichen Bereich?

    Vielerorts werden Schnell-Einsatz-Gruppen hinzualarmiert. Diese (ehrenamtlichen!) Kollegen sollten bei dem Einsatz genauso professionell handeln können wie ihre hauptamtlichen Kollegen. Sie sollten sich mit den Gegebenheiten ihres Rettungsdienstkreises sowie die Klinikstruktur in ihrem Bereich genauso gut auskennen. Und als 3. Mann/Frau (die langweilige „Praktikantenstelle“) mitzufahren bringt nicht wirklich viel an Erfahrung, denn mal ehrlich: Viele Praktikanten werden als Kofferschlepper, Tragenholer etc. ausgenutzt und sitzen „nur hinten“.

    Die wirklich wichtigen Dinge, die sie für ihren Einsatz im Katastrophenschutz benötigen, die vorne stattfinden, lernen sie nicht. Dies lernt man besser, wenn man anhand der Qualifikation (und ein ehrenamtlicher RS/RA ist genauso RS/RA wie ein hauptamtlicher!) auch – genauso ohne Wertschätzung – ehrenamtlich die Möglichkeit hat, regelmässig Stunden im Regelrettungsdienst zu fahren.

    Nicht zu vergessen, dass diese „Hobbyretter“ dennoch Kollegen sind.

  7. tangotango on Oktober 22nd, 2015 15:48

    „Und als 3. Mann/Frau (die langweilige „Praktikantenstelle“) mitzufahren bringt nicht wirklich viel an Erfahrung, denn mal ehrlich: Viele Praktikanten werden als Kofferschlepper, Tragenholer etc. ausgenutzt und sitzen „nur hinten“.“

    Viel Gerede und trotzdem wenig gesagt. Was hat „ehrenamtlich“ mit der Position im Fahrzeug zu tun? Letztendlich ist dass doch nur eine Stellvertreterdiskussion.
    Dann sollen die „ehrenamtlichen“ halt für ihre Schichten als erster, zweiter, dritter oder vierter Mann an Bord _voll bezahlt_ werden. Dann könnt ihr euch austoben wie ihr lustig seid.

    Wieso allerdings dieses „ICH-WILL-ERFAHRUNG-SAMMELN-EHRLICH!!!!“ – damit verbunden sein muss, nicht bezahlt zu werden, ist mir schleierhaft.

    „Nicht zu vergessen, dass diese „Hobbyretter“ dennoch Kollegen sind.“
    Solange dieses Theater so weiter geht, sehe ich diese Typen nicht wirklich als Kollegen an. Ich kämpfe um mehr Gehalt und irgendwelche „Hobbyretter“ haben nichts besseres zu tun, als den Lohn zu drücken/“Erfahrung zu sammeln“.

    Die Arbeitgeber lachen uns derweil aus.

  8. Olaf on Oktober 25th, 2015 09:00

    In keiner anderen Berufssparte findet man so viele Studenten , die jahrelang auf ein Studienplatz warten oder man trifft auf Ehrenamtliche.
    Beides gehört nicht in den Hauptamt, es macht für Ma. die hauptberuflich arbeiten wollen die Stellen kaputt.
    Und dabei ist es mir ziemlich egal was Ehrenamtliche Leisten oder nicht.
    Als Praktikant hinten im RTW ok aber mehr auch nicht.
    Auch die Studenten , müssen sich halt entscheiden , entweder man macht es hauptberuflich oder man sieht sich nach was anderen um.
    Ber solange es Leute gibt die „billig“ sind und hier schreien weil Sie Blaulicht fahren dürfen , wird es sich nie ändern.
    Wie gesagt der Rettungsdienst ist die witzigste Berufssparte die es gibt.
    Aber die Orgis und privaten werden so immer weiter verfahren.
    Schon traurig das sich jede Orgi dennoch versucht wie auch ein privater in der Öffentlichkeit gut dar zu stellen.
    Das sind die Berufsfeuerwehren Gott sei Dank anders.
    Respekt an diejenigen die diesen Beruf noch ausüben und sich einreden „alles wird gut“.

  9. tangotango on Oktober 29th, 2015 10:21

    Noch mal etwas bezüglich „dem Ansehen“:

    Der gemeine Arbeitnehmer verkauft dem Arbeitgeber seine LEBENSZEIT, um die Arbeiten des AG zu verrichten. Ansehen in der Arbeitswelt bedeutet in der Regel: Gehalt oder sonstige Zuwendungen, z.B. Dienstwagen, etc pp.

    Je mehr, desto besser.

    Es ist ein Hohn, dass hier von „Ansehen“ gesprochen wird von Leuten, die meinen, Ansehen käme davon, sich und seine Arbeitskraft möglichst billig verkaufen zu müssen.

    Wie macht ihr dass denn in eurem „Hauptberuf“?! Latscht ihr da auch zum Chef und trötet vor euch her: „Ich mache es auch für weniger!“?
    Oder seid ihr da etwa ganz anders drauf? Seid ihr etwa auch auf Gehalt angewiesen? Ihr habt ein Leben, welches finanziert werden muss oder etwa auch eine Familie?!
    Und wenn dann einer zu euch in die Firma latscht und sagt: „Ich bin billiger als der Typ da“ – dann macht ihr Freudensprünge und begebt euch nach Hause und erzählt, dass ihr wegen dem neuen Kollegen ab sofort nicht mehr sooft bei der Arbeit sein müsst – juhuu!

    Ihr veräppelt euch doch nur selbst und die Chefs lachen sich schlapp.

    Was läuft bei euch denn falsch?!

  10. Olaf on November 4th, 2015 08:53

    Spitze:-)

  11. hongito on November 4th, 2015 21:30

    Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal…

    Fahrt ihr selber in Münster?
    Wisst ihr selber die kompletten Hintergründe und Organisation der Wache 8?
    Nein? Dann macht es auch keinen Sinn sich darüber auszulassen.

    Ich bin selber auch hauptamtlich im RD und hätte auch nichts gegen mehr Geld. Trotzdem glaub ich kaum dass es ohne Ehrenamtliche mehr geben würde.

    Zudem werden gerade bei der Wache 8 in MS keine Stellen ersetzt und bei der Bf auch nichts eingespart. (Übrigens würden die auch nicht mehr Geld bekommen, wenn es die W8 nicht geben würde).
    Aber auch selbst wenn die Wache bezahlt wird, bleiben es „Hobbyretter“.

    Natürlich gibt es Heizdüsen im Ehrenamt, trotzdem ist die Wache eine super Sache um „in Übung“ zu bleiben und auch Erfahrung zu sammeln. Und der RD der Stadt leidet darunter ganz sicher nicht, da sorgt die Bf schon für!
    Wäre das jetzt eine Landwache und im Umkreis von 50 Km nichts, wäre das vielleicht nochmal eine andere Sache.
    Übrigens werden bei größeren Schadenslagen (z.B. Brände, wo die Feuerwehr mit vielen Kräften und länger beschäftigt ist) oder hohem Einsatzaufkommen, z.B. bei Unwetter in Münster auch RTWs durch HiOrgs besetzt, im REGELRETTUNGSDIENST und mit EHRENAMTLICHEN.
    Kann man ja nur hoffen, dass in Münster nichts passiert, sonst wird einem bei einem Herzinfarkt vielleicht nicht richtig geholfen…

    Ich könnte jetzt noch vieles aufzählen und noch deutlich mehr schreiben, aber das lass ich jetzt einfach mal.
    Ihr müsst ja nicht ehrenamtlich fahren und ihr könnt ja auch froh sein, wenn es bei euch in der Stadt keine ehrenamtlichen Retter gibt.

    MfG

  12. hongito on November 4th, 2015 21:34

    PS: Ich würde auch lieber nur in eine Großstadt ziehen, wo es eine Berufsfeuerwehr gibt. Sonst kommen ja noch ehrenamtliche wenn es brennt oder irgendwas passiert ist.

  13. Fritz54 on November 5th, 2015 10:22

    @hongito: Ja, schrecklich dieser Gedanke, dann kommt noch so ein Profilneurotiker aus dem Ehrenamt, nicht auszudenken was da alles passieren kann…..

    aber mal im ernst: der Anteil der ehrenamtlichen Kräfte in Regelrettungsdienst ist doch sehr überschaubar, welcher „Ehrenamtler“ kann denn die (zumindest bei uns) jährlich vorgeschriebenen 40 Stunden Fortbildung im RD vorweisen, bei uns fahren die ehrenamtlichen Kräfte als 3.Mann/Frau mit, wobei ich die Bezeichnung – Praktikant- für unglücklich halte.
    Die Möglichkeit als studentische Kraft im Regelrettungsdienst zu arbeiten, halte ich auch für sehr bedenklich, da hier ja der AG massiv die Möglichkeit hat Sozialversicherungsbeiträge einzusparen, und die Studenten eine billige Kraft für den AG sind, gleiches gilt natürlich auch für Minijobber,

    Die hauptamtlichen Kräfte haben immer das gleiche Problem: Sie kämpfen verzweifelt um ihre Anerkennung bei den Krankenkassen, bei den „Göttern in Weiß“, bei ihren Arbeitgebern und letztlich auch in der Bevölkerung, denn für die meisten sind sie nun mal „nur Krankewagenfaher“ nicht mehr und nicht weniger.
    Ich hoffe, daß der neue Beruf des NFS hier Abhilfe schafft, aber ich habe es mehrfach schon geschrieben, auch der NFS ist für mich nur ein Lehrberuf wie es ihn in der BRD hundertfach gibt .

Möchten Sie einen Kommentar schreiben?