Bauchaortenaneurysma und Mesenterialinfarkt: Symptome frühzeitig erkennen


Bauchaortenaneurysma_580Bremen (rd_de) – Bauchaortenaneurysma, Mesenterialinfarkt und das seltenere Leriche-Syndrom stellen Notfälle dar, die zunächst vielfach als unklares Abdomen interpretiert werden. Dadurch vergeht mitunter viel Zeit, ehe die lebensgefährliche Situation erkannt und behandelt wird.

Bauchaortenaneurysma

Von einer Aortendissektion ist die Rede bei einem lebensgefährlichen Einriss der Gefäßwand mit der daraus folgenden Ausbildung eines zusätzlichen falschen Gefäßlumens. Zu den besonders gefährdeten Personen zählen Patienten mit Arteriosklerose oder Bluthochdruck. Akute Auslöser sind Blutdruckentgleisungen und Traumata. Leitsymptom ist der plötzlich, heftig einschießende, stechende Schmerz.

Rupturiert ein Bauchaortenaneurysma komplett, kommt es rasch zur Ausbildung eines schweren Volumenmangelschocks mit einem häufig tödlichen Ausgang. Bei Verdacht auf eine Aortendissektion muss neben der symptomatischen Therapie und Kreislaufstabilisierung umgehend – am besten nach entsprechender Voranmeldung – der Transport in eine geeignete Klinik erfolgen. Ziel bei der Kreislaufstabilisierung sollte ein Blutdruck im niedrig normalen Bereich sein, um die Blutung nicht durch „unnötig hohe“ Blutdruckwerte zu verstärken.

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Mesenterialinfarkt

Bei einem Mesenterialinfarkt kommt es meist im Rahmen eines Vorhofflimmerns zu einer Minderperfusion von Darmabschnitten. Nachfolgend tritt eine Infarzierung auf. Im weiteren Verlauf nekrotisiert das Gewebe.

Bei dem phasenhaften Krankheitsverlauf treten zunächst stärkste Bauchschmerzen kolikartigen Charakters auf, gefolgt von einer vorübergehenden Besserung der Beschwerden. Im weiteren Verlauf verstärken sich die Schmerzen wieder. Es tritt eine rasch zunehmende Peritonitis auf und ein paralytischer Ileus entsteht.

Leriche-Syndrom

Bei einem Leriche-Syndrom handelt es sich um einen Verschluss der Aorta abdominalis unterhalb des Abganges der Nierenarterien.

Wie bei einer arteriellen Embolie klagen die Patienten beim Leriche-Syndrom über teils massive Schmerzen, Lähmungserscheinungen und Gefühlsstörungen in den Extremitäten. Zusätzlich können blasse Extremitäten, fehlende Fußpulse und Schockzeichen auffallen.

Besteht der Verdacht auf ein (sehr seltenes) Leriche-Syndrom, ist eine adäquate Analgesie, Schockbekämpfung und Kreislaufstabilisierung mit anschließend schnellstmöglichem Kliniktransport vorrangiges Ziel.

(Text: Dr. Philipp Prause, Facharzt für Allgemeinmedizin, Notfallmedizin und Chirotherapie; Symbolfoto: Markus Brändli; 21.09.2017) [2286]

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