Nachteinsatz: Bergwacht rettet schwerverletzten E-Biker


Sonthofen (rd_de) – In der Nacht zu Sonntag (15.04.2018) waren 35 Bergretter im Einsatz, um einen 50-jährigen E-Biker zu retten. Der Mann war in eine Schlucht auf dem Tiefenbacher-Eck (Kreis Oberallgäu) geraten und hatte sich schwer verletzt.

Der Urlauber brach laut Bergwacht am späten Samstagnachmittag mit einem E-Mountainbike zu einer Tour Richtung Tiefenbacher-Eck auf. Gegen 20:30 Uhr telefonierte er mit einem Bekannten und teilte diesem mit, dass er auf Grund von verschneiten Wegen nicht mehr weiterkomme und die Orientierung verloren hätte. Danach brach der Kontakt ab.

Um 21:45 Uhr alarmierte der Bekannte die Polizei und die Bergwacht Sonthofen. Die Rettungskräfte suchten zu Fuß und mit Schneefahrzeugen alle Wege Richtung Tiefenbacher-Eck ab. Zusätzlich wurden sie von einem Polizeihubschrauber, den Lawinenhunden der Bergwacht Allgäu und der Spezialgruppe LKLD (Lokalisation, Kommunikation, Lagebeschreibung und Dokumentation) unterstützt.

Erst gegen 24 Uhr fanden die Suchmannschaften eine relativ frische Spur eines Mountainbikers. Sie verfolgten die Spur hinab in ein Tobel, das immer steiler wurde und zum Schluss nur mit Seilsicherung begangen werden konnte.

Etwa eine Stunde später fanden die Retter den Vermissten in der Schlucht. Der 50-Jährige war schwer verletzt und unterkühlt, aber ansprechbar.

Um den Mann aus dem Steilgelände retten zu können, forderten die Kräfte weitere Mannschaften sowie Rettungsmaterial und drei Quads an. Nachdem der Patient stabilisiert war, begannen Bergretter sowie Alpinpolizisten, ihn mithilfe von Flaschenzügen zunächst 400 Meter höher zu bringen. Da immer wieder Steine aus den Felsen brachen, mussten die Bergretter mehrfach Standplätze zur Sicherung einrichten.

Als die Einsatzkräfte den Mann gegen 3 Uhr aus dem Tobel gerettet und auf ein Plateau gebracht hatten, alarmierte der Einsatzleiter für den weiteren Transport einen Hubschrauber der schweizerischen Rettungsflugwacht („Rega 5“ aus Chur). Dieser blieb aber wegen eines technischen Defektes am Boden.

In Begleitung eines Notarztes mussten die Kräfte den Mann daher zu Fuß ins Tal bringen. Gegen 6 Uhr übergab ihn die Bergwacht an den Rettungsdienst.

(16.04.2018; Foto: Bergwacht Sonthofen)

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