Großeinsatz für Bergretter: Bergsportler von Lawine verschüttet


Bad Reichenhall (BRK) – Zwei Skitourengeher sind am Sonntag (21.01.2018) in rund 1.600 Meter Höhe in den Chiemgauer Alpen von einer Lawine erfasst und verschüttet worden.

Die Skitourengeher (45 und 42 Jahre) stiegen allein den Zwiesel hinauf. Sie befanden sich gegen 10:30 Uhr in kurzer Entfernung zueinander zwischen Alm und Gipfel. Plötzlich löste sich einige Meter oberhalb der Männer eine Schneeschicht aus einem Steilhang. Die Lawine rauschte hinab und erfasste die beiden Bergsportler. Dabei riss sie den Vorausgehenden 30 Meter talwärts, drückte ihn dann gegen die Äste eines Baums und verschüttete ihn beinah vollständig. Nur sein Arm ragte aus dem Schnee.

Auf Grund eines Schneesturms konnte der Rettungshubschrauber „Christoph 14“ nicht zu den Verschütteten vordringen.

Der Zweite wurde bis zu den Oberschenkeln verschüttet. Sein Oberkörper blieb frei, sodass er einen Notruf absetzen konnte. Die Leitstelle Traunstein alarmierte daraufhin ein Großaufgebot an Einsatzkräften, darunter die Bergwachten Bad Reichenhall, Freilassing, Teisendorf-Anger und Ramsau, vier Bergwacht-Notärzte, die Lawinen- und Suchhundestaffel der Bergwacht Region Chiemgau, zwei All-Terrain-Vehicles (ATV), die Alpine Einsatzgruppe der Polizei und den Traunsteiner Rettungshubschrauber „Christoph 14“.

Der Pilot von „Christoph 14“ nahm beim Anflug in Anger ein Suchhundeteam der Bergwacht auf und versuchte dann, die Einsatzstelle zu erreichen. Auf Grund der schlechten Sicht in einem Schneesturm brach er die Suche jedoch ab.

Ersthelfer zufällig in der Nähe

Unter anderem mit All-Terrain-Vehicles (ATV) versuchen die Bergretter zu den Verschütteten zu gelangen. Diese hatten Glück: Eine Gruppe von Skibergsteigern entdeckte sie und leistete Erste Hilfe.

Währenddessen erreichte eine weitere Gruppe von Skibergsteigern den Unfallort. Sie entdeckten die verschütteten Männer und konnten sie aus den Schneemassen befreien. Nach erster Einschätzung hatten die Verunglückten keine Verletzungen erlitten, waren jedoch unterkühlt. Die Ersthelfer fuhren zusammen mit den beiden Männern hinab und übergaben sie an die Bergwacht und Notärzte. Diese untersuchten die Patienten und brachten sie zur Bergrettungswache.

Beide Männer sind nach Angaben der Polizei sehr erfahrene Bergsteiger und waren vollständig mit einer kompletten Lawinen-Notfall-Ausrüstung ausgestattet. „Trotzdem hatten sie unglaubliches Glück, dass die Kameradenrettung durch Ersthelfer so rasch anlief – da keine Rettungsflüge möglich waren und die Bergwacht zu Fuß aufsteigen musste, wären sie ohne Ersthelfer nicht so glimpflich davongekommen“, erklärt Marcus Goebel von der Bergwacht.

Weiterer Unfall bei Lawinenwarnstufe 3

Parallel zum Lawineneinsatz am Zwiesel wurde um kurz nach 12 Uhr die Bergwacht Schleching zu einem Lawineneinsatz am Geigelstein alarmiert. Die beim Reichenhaller Einsatz nicht mehr erforderlichen Lawinenhundeführer und Bergwacht-Notärzte rückten vom Jochbergparkplatz aus direkt nach Schleching ab. Ein dort verschütteter Skitourengeher wurde unter laufender Wiederbelebung mit dem Rettungshubschrauber nach Traunstein geflogen.

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