Trägertreffen von „Christoph 8“ in Lünen
Lünen (LK Unna) – Am Hangar in Lünen (Kreis Unna/NRW) fand kürzlich das diesjährige Trägertreffen des Rettungshubschraubers „Christoph 8“ statt. Auf Einladung des Fachbereichs 38 Bevölkerungsschutz des Landkreises sowie der ADAC Luftrettung kamen Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Kommunen und Kreise zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen in der Luftrettung auszutauschen.
Zu den Teilnehmenden gehörten Vertreterinnen und Vertreter der Städte Bochum und Herne sowie der Kreise Ennepe-Ruhr-Kreis, Märkischer Kreis, Kreis Coesfeld, Kreis Recklinghausen und Kreis Soest.
In zwei Fachvorträgen erhielten die Teilnehmenden einen Blick hinter die Kulissen. Dr. med. Christine Meyer-Frießem, Chefärztin der Abteilung für Anästhesie des St. Marien Hospitals Lünen, referierte über die Ausbildung von Notärztinnen und Notärzten in der Luftrettung. Sie skizzierte den langen Ausbildungsweg, der vom Medizinstudium über die Facharztausbildung bis hin zur Zusatzqualifikation in der Intensivmedizin führt. Die Gäste erfuhren dabei unter anderem, dass in der Regel elf bis zwölf Jahre vergehen, ehe eine Ärztin oder ein Arzt auf einem Rettungshubschrauber wie „Christoph 8“ eingesetzt werden kann.
Dr. med. Erik Lipke, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst des Kreises Unna, beleuchtete in seinem Vortrag die Rolle der Luftrettung bei einem Massenanfall von Verletzten (MANV). Dabei wurde deutlich, dass die Rolle eines Rettungshubschraubers in solchen Lagen weit über die eines schnellen und schonenden Transportmittels hinausgeht. Mindestens genauso wichtig ist die Funktion als „Notarzt-Zubringer“, der in kürzester Zeit eine hohe medizinische Expertise zur Einsatzstelle bringt und die Versorgung vor Ort entscheidend unterstützt.
Im Rahmen der Veranstaltung wurde dem Fachpublikum auch die Jahresstatistik der Einsätze des Rettungshubschraubers „Christoph 8“ vorgestellt. Thomas Kade, Stationsleiter von „Christoph 8“, präsentierte die Zahlen. Gegenüber dem Vorjahr ist demnach für 2025 ein Rückgang um elf Einsätze zu verzeichnen (2023: 1.011 Einsätze – 2024: 949 Einsätze – 2025: 938 Einsätze).
Das jährliche Trägertreffen dient dem fachlichen Austausch zwischen den beteiligten Partnern der Luftrettung und trägt dazu bei, die Zusammenarbeit im Rettungsdienst zu stärken und die Versorgung der Bevölkerung kontinuierlich zu verbessern.



