Außerklinische Reanimationen: AEDs viel zu selten im Einsatz
Nürnberg (DGAI) – Im Jahr 2025 erlitten in Deutschland schätzungsweise rund 130.000 Menschen einen Herz-Kreislauf-Stillstand außerhalb eines Krankenhauses – durchschnittlich mehr als 350 pro Tag. Bei etwa der Hälfte konnte der Rettungsdienst Wiederbelebungsmaßnahmen einleiten.
Diese Zahlen gehen aus dem außerklinischen Jahresbericht 2025 des Deutschen Reanimationsregisters hervor, das unter der Trägerschaft der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI) steht. Der Jahresbericht zeigt dabei auch auf, welche Faktoren die Überlebenschancen nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand verbessern und wo die Versorgung noch gestärkt werden muss.
Mehr als jede zweite Wiederbelebung begann bereits vor Eintreffen des Rettungsdienstes. Die Ersthelfenden-Quote lag 2025 bei 53,5 Prozent und damit auf dem Niveau des Vorjahres. In 38,4 Prozent der Fälle unterstützten Mitarbeitende der Leitstellen die Wiederbelebung telefonisch.
Erstmals weist das Deutsche Reanimationsregister zudem den Beitrag von „aktivierten Ersthelfenden“ (APP-Retter) und „First Respondern“ getrennt voneinander aus. Demnach waren First Responder und aktivierte Ersthelfende bereits an mehr als zwölf Prozent der Reanimationen beteiligt und begannen in knapp zehn Prozent der Fälle die Wiederbelebung noch vor Eintreffen des Rettungsdienstes. Da die Dokumentation aktivierter Ersthelfender erst seit Mitte 2025 möglich ist, dürfte ihr tatsächlicher Beitrag höher liegen.
„Unsere Daten zeigen, dass die Rettungskette heute auf deutlich mehr Schultern ruht, als noch vor wenigen Jahren“, erklärt Prof. Dr. Jan-Thorsten Gräsner, Sprecher des Deutschen Reanimationsregisters, und fordert: „Diesen Weg müssen wir konsequent weitergehen. Gerade in der telefonischen Reanimationsanleitung und im Ausbau alarmierter Ersthelfersysteme liegt weiter großes Potenzial, damit bis zum Eintreffen von Rettungsdienst und Notarzt möglichst früh mit der Wiederbelebung begonnen wird, denn jede Minute zählt.“
Verbesserungspotenzial liegt dabei auch in der frühen Defibrillation. Die Rate der Defibrillation durch Ersthelfende mit Hilfe sogenannter automatisierter externer Defibrillatoren (AED) blieb 2025 mit rund zwei Prozent der Reanimationsfälle unverändert niedrig.




