Wie hebe ich einen Patienten rückengerecht?


Das Jahr 2015 startete bei uns noch mit vereinzelten Wachdiensten. Ab dem 12.01. waren wir dann wieder in der Schule.

Stefanie Hahl und Sebastian Hanisch absolvieren beim DRK-Rettungsdienst Mittelhessen ihre Ausbildung zum Notfallsanitäter. Seit August 2014 berichten sie auf www.rettungsdienst.de einmal im Monat über ihre Erfahrungen und Erlebnisse als angehende Notfallsanitäter.

Wir starteten den Block mit dem Thema „Diabetes Mellitus“, recherchierten die verschiedenen Typen von Diabetes, was im Körper vor sich geht, damit überhaupt ein Insulinmangel entstehen kann, und welche Risikofaktoren es für die verschiedenen Typen gibt.

Wir bekamen die Einweisung in unser Online-Berichtsheft, BLok, und können ab sofort alle Einsätze, alles Schulische und Klinische dort dokumentieren. Uns sind außerdem Möglichkeiten geboten, uns selbst anhand der Thematik „ Ausbildungsverlauf“ einzuschätzen.

Wir gingen Routinemaßnahmen im Rettungsdienst durch, wie das Zusammenrichten der benötigten Materialien für eine Intubation und die Abfolge deren Assistenz. Außerdem hörten wir nochmals unsere Atem-/Herz- und Darmgeräusche gegenseitig ab und klebten uns 12er EKGs.

Es war eigentlich noch mal gut, die Maßnahmen, die man im RTW tagtäglich durchführt, einzeln mit Präsentation und Erklärung üben zu können.

Was bei uns im Beruf das A und O ist, ist die Gesundheit.

Deshalb hatten wir an einem Tag komplett nur: Wie hebe, trage und lagere ich einen Patienten rückengerecht um? Welche Übungen sind effektiv für meinen Rücken und für seine Gegenspieler (Bauch-/Brustmuskulatur…)?

Wir spielten Fallbeispiele durch und dabei lag das Augenmerk auf unserem Rücken. Zum Beispiel ist es gar nicht so einfach, einen Patienten, der auf dem Boden sitzt und aus eigener Kraft nicht mehr hoch kommt, zu zweit rückengerecht auf einen Stuhl zu heben. Aber das ist eine Sache der Übung

Am Freitag und Samstag war dann noch das Rettungsdienstsymposium in Gießen, wo ich freitags die Workshops „Point of Care Labor im Rettungsdienst“ und „Wundversorgung, Reposition und Frakturversorgung“ besuchen durfte.

Es war super spannend. Im ersten Workshop wurden uns Einzelheiten zu den Blutgasanalyse-Geräten, die nun auf unseren NEFs sind, erklärt, warum es bei manchen Krankheitsbildern wichtig sein kann, eine BGA (Blutgasanalyse) zu machen und was bestimmte Parameter sind, die wir damit bestimmen können. Echt cool!

Im zweiten Workshop wurde uns dann erklärt, wann man in der Primärversorgung auf dem RTW eine Fraktur „gerade ziehen“ und wann eine Luxation (Auskugelung eines Gelenks) wieder zu reponieren ist und wann nicht. Außerdem durften wir noch eine Schienung einer theoretischen Sprunggelenksfraktur mit dem SamSplint üben. Super spannender Tag!

Am Samstag waren dann Vorträge zu bestimmten Themen wie: soll der NotSan akademisiert werden? Dann die Vorstellung des Studienganges „Pre-Hospital Management“ und was die Probleme in der Finanzierung und deren Umsetzungen sind.

In den folgenden Wochen lernten wir noch Genaueres über Intoxikationen, was die Risiken für die Patienten und für uns sind. Und was so die spezifischen Symptome der verschiedenen Intox-Gruppen sind (Miosis, Bradykardie etc.).

Die Thematik Pädiatrie wurde auch aufgegriffen und wir lernten noch den wichtigen Unterschied Epiglottitis vs. Pseudokrupp. Außerdem konnten wir uns den Baby-NAW mit kompletter Ausstattung und Erklärung anschauen. Das war echt interessant. Auch gerade wegen des Inkubators.

Dann wurden noch die Themen Schock, Immunsystem, Allergien, endokrine Erkrankungen und Erkrankungen des Blutes durchgenommen.

Der Großteil des dritten Schulblockes war leider sehr theorielastig. Aber dafür gehen wir ja jetzt drei Wochen ins Klinikum, in die Anästhesie. Da werden wir wohl einiges machen dürfen. Hoffentlich.

So weit, so gut.
Bis bald

Steffi

4 Responses to “Wie hebe ich einen Patienten rückengerecht?”

  1. Stephan Petz on Februar 4th, 2015 18:25

    In welchem Rettungsdienstbereich gibt es
    Blutgasanalysegeräte auf den NEF?

  2. Steffi on Februar 6th, 2015 20:27

    Hey:)
    Bei uns in Marburg-Biedenkopf. Ist aber noch nicht so lang an Bord;)

  3. Martin on März 1st, 2015 14:33

    Was hat eine BGA für eine Konsequenz? Die Therapiemöglichkeiten sind doch eher gering…..

  4. erwin on März 3rd, 2015 08:59

    zB. Feststellung von Stoffwechselentgleisungen (Stichwort: Reversible Ursachen eines Herz-Kreislaufstillstandes).
    Narkose und Beatmungsmanagement auf Intensivtransporten.
    Puffern, bei pH-Verschiebungen.

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