Plötzlich ging’s auf Englisch weiter


In dem von Basti schon angesprochenen Schulblock beschäftigten wir uns auch intensiv mit dem Thema Akutes Abdomen und lernten den Unterschied zwischen „unklar“ und „akut“.

Stefanie Hahl und Sebastian Hanisch absolvieren beim DRK-Rettungsdienst Mittelhessen ihre Ausbildung zum Notfallsanitäter. Seit August 2014 berichten sie auf www.rettungsdienst.de einmal im Monat über ihre Erfahrungen und Erlebnisse als angehende Notfallsanitäter.

Unter anderem hatten wir Leitfragen wie:

•    Was passiert in welchem Organ?
•    Was ist deren Hauptaufgabe?
•    Wie sind die Organe aufgebaut? Haben sie zum Beispiel eine Kapsel um das eigentliche Organgewebe?

Nach dem Grundsätzlichen besprachen wir die Krankheitsbilder zu den jeweiligen Organen. Wir hörten auch mal Darmgeräusche an den Simulationspuppen und an uns selber, genauso tasteten wir die Quadranten, in die der Bauchbereich eingeteilt ist, gegenseitig ab, um ein Gefühl dafür zu bekommen.

Zum Thema Verdauung führten wir einen Selbstversuch durch, durch den wir die Arbeit der Amylase „erschmecken“ konnten. Die Person legt sich ein Stück Roggenbrot auf die Zunge. Dann nicht kauen und abwarten, was der Speichel macht. Was passiert dann? – Probiert‘s aus!

Die im Speichel enthaltene Amylase spaltet die im Brot enthaltenen Kohlenhydrate und auch Stärke in Glukose, sprich: Zucker. Deshalb schmeckt das Brot irgendwann süßlich. Diese Spaltung geschieht, da der Körper Glukose besser aufnehmen und später als Grundbaustein für seine Energiegewinnung verwenden kann.

In der folgenden Woche lernten wir, wie man eine gute BLS-Reanimation durchführt, komplett mit englisch sprechenden Angehörigen, die einem verzweifelt erklärten, was passiert war. Das ist in unserer Ausbildung übrigens neu: Wir werden noch mal speziell im englischen Sprachgebrauch ausgebildet, damit wir Angehörigen und Patienten, die kein Deutsch sprechen, genauer erklären können, was wir tun werden und warum.

Außerdem fügte unser Dozent den computergesteuerten Simulationspuppen immer wieder Extras bei. Zum Beispiel kam ein Team zu einer reanimationspflichtigen Person, die dann irgendwann anfing zu würgen. Also: Absaugen! Da nicht sofort an Absaugen gedacht wurde, aspirierte die Puppe – zum Glück nur akustisch. Aber es war schon eine sehr stressige Situation. Daran muss man sich erst einmal gewöhnen.

Unter dem Aspekt Reanimation lernten wir dann noch den Umgang mit dem Defibrillator. Warum defibrillieren wir? Was defibrillieren wir? Was passiert, wenn wir defibrilliert haben?

War eine super coole Woche mit viel Praxis, die manchmal echt zu kurz kommt. Aber bietet sich eben nicht bei jedem Thema in dem Ausmaß an, wie bei diesem Thema.

Die Woche drauf hatten wir das Thema Neurologie. Wir lernten erst einmal den grundsätzlichen Aufbau des Gehirns, der Hirnhäute, der Hirnareale, welches Areal für was zuständig ist und für was der Liquor vorhanden ist. Wie er gebildet wird, was dessen Bestandteile sind.

Dann ging es an die Synapsen und Neuronen. Sehr spannendes Thema, jedoch sind wir nicht sehr weit in die biochemische Materie hinein gegangen, da erst einmal das Grundsätzliche von allen verstanden werden sollte. Schade. Aber vielleicht kommt das ja noch intensiver.

Um die „Substanz“ Gehirn mal genauer betrachten zu können, bekamen wir Schweinehirne zur Ansicht und zum Anfassen. Viel sezieren konnten wir da nicht. Aber man erkannte supergut das Kleinhirn. Teilweise war auch noch das verlängerte Rückenmark mit dran, und auch der Balken war teilweise sehr gut zu erkennen. War einfach genial. Auch mal zu tasten, wie „unstabil“ so ein Gehirn ist. Es besteht ja größtenteils aus Millionen von Nervenzellen.

Als weiteres Highlight der Neuro-Woche fuhren wir als Klasse mit unserem Dozenten nach Wiesbaden ins Schloss Freudenberg, ein Haus der Sinne. Dort gab es eine Kältekammer mit -21 °C, eine Dunkelbar, einen Dunkelgang, wo man blind über und unter irgendwelchen Gegenständen durch musste. Man musste auch aufpassen, dass man nicht gegen Wände läuft, was mir einmal fast passiert wäre. Außerdem gab es einen riesigen Klangraum mit ganz vielen Tamtams. Einfach total entspannend, den verschiedenen dumpfen und kreisenden Klängen zuzuhören. Dieser Ausflug war natürlich ganz unter dem Aspekt: „Was macht unser Gehirn mit Informationen in verschiedenen Situationen?“.

In der letzten Woche hatten wir das Thema Traumamanagement mit allem, was dazu gehört: Spineboard, Rettungs-Boa, Schaufeltrage, KED-System und der Unfallkinematik. Super spannende Woche.

Jetzt sind wir schon wieder eine Woche in unserem zweiten Rettungswachen-Block. Unter anderem hatten wir einen Einsatz mit einer Subarachnoidal-Blutung. Durch die Neuro-Woche konnte ich mir dadurch sehr gut vorstellen, wo diese Blutung liegt. Es war auch spannend, mal in echt zu sehen, wie manche Symptome sich andeuten.

Mal schauen, was in den kommenden Wochen noch so auf uns zukommt.

Allen da draußen auf jeden Fall schon mal Frohe Weihnachten und einen Guten Rutsch ins Neue Jahr. Man schreibt sich dann wieder im Neuen Jahr. 😉

Eure Steffi

 

 

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