Pharmakologie war schon sehr geil


Nach der Rettungswache sind wir wieder mal in der Schule. Wir hatten unter anderem Pharmakologie und sehr viel Praxis, auch Sport war dabei.

Stefanie Hahl und Sebastian Hanisch absolvieren beim DRK-Rettungsdienst Mittelhessen ihre Ausbildung zum Notfallsanitäter. Seit August 2014 berichten sie auf www.rettungsdienst.de einmal im Monat über ihre Erfahrungen und Erlebnisse als angehende Notfallsanitäter.

Pharmakologie war schon sehr geil, der Unterricht war sehr witzig und lehrreich. Wir schauten uns an, wie Medikamente wirken und was sie überhaupt mit dem Körper anstellen. Gebe ich z.B. ein Medikament oral, also über dem Mund, wird es im Magen gespalten und im Darm aufgenommen, gelangt dann in die Leber und danach erst in den Kreislauf. Nachteil dabei ist: die Medikamente brauchen eine gewisse Zeit, um zu wirken, und werden in der Leber schon teilweise abgebaut, also weiß man nie genau, welche Dosierung wirksam ankommt. Daher ist die orale Medikamentengabe nur bedingt für den Rettungsdienst geeignet. Die Gabe von Medikamenten über die Vene, also direkt in den Blutkreislauf, ist wesentlich einfacher und schneller. Man kann dabei genau dosieren und weiß, wie lange es dauert, bis die Wirkung einsetzt (oder einsetzen sollte) und kann sich gut auf eventuelle Nebenwirkungen einstellen.

Wir veranschaulichten die Wirkung mit Schaubildern, um auch Moleküle usw. sichtbar zu machen. Also genau Steffis Thema.

Gesprächsrunden zu bestimmten Krankheitsbildern

Praxistraining ist in diesem Block ein sehr großes Thema. Anfangs war es richtig cool, mittlerweile denken wir: „Hm, schon wieder Praxis?“

Positiv sind aber die Gesprächsrunden zu bestimmten Krankheitsbildern. Das ist recht cool, da dort Theorie durchgekaut und dann sofort praktisch durchgeprügelt wird 😀 . Dort muss man also die Pathophysiologie, Anatomie und rettungsdienstliche Therapie der Krankheiten aus dem eigenen Wissensschatz und ohne Hilfsmittel erklären. Das war mal richtig geil, so lehrreich war’s schon lang nicht mehr.

Ich hatte die Myokarditis (Herzmuskelentzündung). Diese entsteht entweder durch eine verschleppte Erkältung/Grippe, bakteriell oder viral, sowie durch pulmonale Ursachen (Lungenödem, Pneumonie). Eine Überbelastung durch Sport, viel Stress oder eine genetische Prädisposition können ebenso ursächlich sein. Natürlich nicht von heute auf morgen.

Die Entzündung bewirkt das Anschwellen des Herzens, da durch die Erreger eine vermehrte Durchblutung des Myokards stattfindet. Der Muskel nimmt an Volumen zu und hat dadurch eine verminderte Leistung. Durch das abgeschwächte Herz kann der Körper nicht mehr effizient versorgt werden. Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit, Schwächegefühl, Tachykardie, Hypotonie, Fieber, Kaltschweißigkeit und Arrhythmien aufgrund der ineffizienten Kontraktion, sowie eine gestörte Reizweiterleitung sind die Folge.

Alles in allem war es sehr lehrreich. Auch die Eselsbrücken zu manchen Themen konnte man sich abschauen.

Blick in den Desinfektionsraum. Foto: Sebastian Hanisch

Blick in den Desinfektionsraum. Foto: Sebastian Hanisch

Ach so, Hygieneunterricht war ja auch noch. Ich persönlich finde Hygiene zwar wichtig, aber interessant ist für mich anderes. Cool war nur, dass wir Tests im RTW gemacht haben. Wir markierten mit einem Fluoreszenz-Stift den RTW, ein weiteres Team musste dann putzen.

Der Ausflug zum JP-Morgan-Lauf war ja schon recht cool. Dieses Mal waren wir im Hochsicherheitslabor mit höchster Sicherheitsstufe (S4), wo mit Ebola-Viren und solch Zeugs experimentiert wird. Unser Ansprechpartner dort hat uns anhand von Videos gezeigt, dass dieses Labor sicher ist und dass von dem Komplex keinerlei Gefahr ausgeht.

Was ist eigentlich, wenn dort ein Labor-Mensch mal während der Arbeit umfällt, also synkopiert, o.Ä.? Die Angestellten sind speziell geschult, um Kollegen dort herauszuholen und uns zu übergeben. Die Betroffenen werden komplett dekontaminiert, es besteht also keine Infektionsgefahr. Sind die Laborverantwortlichen nicht sicher, dass die Betroffenen zu 100 Prozent dekontaminiert sind, gibt es auch keine Übergabe an uns. Wir lernten auch einiges über Viren dazu, aber das würde zu weit gehen.

Dann schauten wir uns auf der Rettungswache Marburg-Süd noch die Desinfektionsschleuse an. Dort werden Fahrzeuge, die mit besonders hartnäckigen Keimen in Berührung gekommen sind, von speziell geschulten Desinfektoren aufbereitet, während sich die Besatzung selbst desinfiziert und duscht. Viel mehr gibt es darüber nicht zu sagen.

Wenn ihr fragen habt, stellt sie bitte.

Bis dahin, euer Basti

9 Responses to “Pharmakologie war schon sehr geil”

  1. Freidenker on Juli 3rd, 2015 10:59

    Warum benutzt Ihr die Ausdrücke “cool” und “geil” so häufig im Rahmen einer Berichterstattung Eurer Ausbildung? Das signalisiert Unreife und wirkt unseriös.

  2. Hanseretter on Juli 26th, 2015 22:58

    Na dann viel Spaß in der Realität!
    Du wirst kaum “coole” Medikamente anwenden, aber viel uninteressantes Hygiene-Zeug benutzen!

  3. Steffi on Juli 28th, 2015 16:52

    Ich finde es schade, dass ihr den Beitrag so sehr auf die gewählten Wörter herunterbrecht.
    Wir sollen den Blog aus unserer Sicht schreiben. Man darf nicht vergessen, dass wir beide anfang 20 und im ersten Ausbildungsjahr sind. Da ist man wohl noch mehr motivierter, wie wenn wir uns jetzt mal in 20Jahren betrachten. Verbessert mich, wenn es anders sein sollte.
    Unseriös ist meiner Meinung nach situationsbedingt nicht treffend.
    Wir sollen hier keine Berichterstattung liefern, sondern einen Einblick in die Ausbildung.
    Ich finde es weiterhin schade, dass man sich an dem Schreibstil aufhängt bzw. versucht einem die Motivation oder den jetzigen Standpunkt zum Beruf madig zu machen.
    Ich würde mich eher über Fragen zu den Inhalten oder dem Ablauf der Ausbildung freuen.
    Desweiteren werden wir drauf achten, die kleinen oben genannten Wörtchen weniger oft zu benutzen, wenn das so störend sein sollte:)
    Gruß Steffi

  4. Freidenker on Juli 29th, 2015 09:33

    Eine Ausbildung ist ein wichtiger Schritt zur Erlangung von Kompetenzen. Dazu ist eine gewisse Grundreife (Ausbildungfähigkeit) erfoderlich, welche durch die Ausbildung noch erhöht werden soll. Zu dieser Reife zählt auch die schriftliche und sprachliche Ausdrucksweise der Auszubildenen.

    Ihr seid euch bewusst , das hier mitgelesen wird und der Empfängerkreis unendlich ist ? Das Empfänger sich Ihre Meinungen bilden, die möglicherweise unzutreffend sind , aber dennoch negativ wirken? Und das der Stil des Berichtes Rückschluss auf die Mentalität des Berichtenden suggeriert bzw. unterstellt, welches die Kompetenz ungleich höher in Abrede stellt?

    und Bitte , was soll : Wir erst Anfang 20….

    Seht es als Denkanstoss, nichts anderes soll es sein. Die Ernsthaftigkeit kommt einfach nicht rüber

  5. Fritz54 on Juli 29th, 2015 10:52

    ich kann “Freidenker” nur mehr als recht geben ! ….erst Anfang 20 ist doch keine Entschuldigung, ich hatte da bereits einen Berufsabschluss und war dabei auf dem 2. Bildungsweg mein Abitur nachzuholen, parallel noch aktiv Fußball gespielt und war (bin) für eine Hilfsorganisation (ehrenamtlich) tätig ,
    aber die Generation “Hotel Mama” ist natürlich leicht überfordert,

    leider ist die Verhunzung der schönen deutschen Sprache nicht mehr aufzuhalten, diese sprachlichen Entgleisungen sind ja kein Synonym für die Ausbildung im RD, sondern leider (fast) allgegenwärtig

  6. Hanseretter on Juli 29th, 2015 12:08

    Mir geht’s gar nicht so sehr um die Sprache.
    Das verquere Bild unseres Berufs, insbesondere in Ballungsräumen.
    Ich hab als Lehrrettungsassistent immer mehr mit frustrierten Kollegen und Jahrespraktikanten zu tun, weil sie feststellen, dass der Rettungsdienst nichts mit ihrer Vorstellung zu tun hat. Und teilweise muss mehrfach am Tag desinfiziert werden.
    Teilweise entschuldigt sich die Leitstelle schon dafür.

  7. Jan on August 23rd, 2015 17:48

    Hallo Sebastian, hallo Steffi,

    ich denke das Problem liegt nicht auf eurer Seite, sondern auf der von Hanseretter, Fritz54 und Freidenker. Ich finde es wirklich sehr gut, dass ihr eure Texte so schreibt, als wenn es an jene gerichtet ist, die sich mit der Berufsfindung auseinandersetzen. Aus meiner Sicht ist dies auch die gewünschte Zielgruppe und somit geht eure Wortwahl auch konform damit.

    Ich finde es wirklich interessant eure Schritte zum Notfallsanitäter “live” mitverfolgen zu können. Weiter so 🙂

  8. Fritz54 on September 2nd, 2015 10:32

    leider ist mein letzter Kommentar zu diesem Thema nicht veröffentlicht worden,
    scheinbar gilt hier der Artikel 5 des Grundgesetzes nicht, schade.
    Schaut einfach mal im Duden nach, da steht was das Wort :”Geil” bedeutet .

  9. Martin Degenhardt on September 2nd, 2015 20:48

    “Der Ausflug zum JP-Morgan-Lauf war ja schon recht cool. Dieses Mal waren wir im Hochsicherheitslabor mit höchster Sicherheitsstufe (S4),” Diese zwei Sätze direkt hintereinander in einem Absatz in dem es im folgenden um das Hochsicherheitslabor geht macht nicht so ganz Sinn. Oder?

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