Mit dem RTW zur Schürfwunde alarmiert


20140811-IMG_2336Den Juli verbrachten wir komplett auf der Wache. Es waren leider viele Einsätze dabei, wo man sich gefragt hat: Warum?

Stefanie Hahl und Sebastian Hanisch absolvieren beim DRK-Rettungsdienst Mittelhessen ihre Ausbildung zum Notfallsanitäter. Seit August 2014 berichten sie auf www.rettungsdienst.de einmal im Monat über ihre Erfahrungen und Erlebnisse als angehende Notfallsanitäter.

Zum Beispiel wurden wir im vollen Ernst als RTW zu Schürfwunden alarmiert. Vor Ort stellte sich heraus, dass man lediglich sterilen Wundverband benötigte, man diesen nicht da hatte und wir dann gerufen worden sind. Dem Patienten ging es nach den Untersuchungen, die wir getätigt haben, gut. Es waren tatsächlich nur die Schürfwunden, weshalb wir gerufen worden sind. Und das war nicht der einzige Einsatz, der in diesem Ausmaß stattfand.

Nun ja, neben den vielen, sagen wir‘s mal fraglichen Einsätzen, kam ich dank meiner zahlreichen Springerdienste gut im Landkreis Marburg-Biedenkopf sowie dem Landkreis Gießen herum. War interessant, mal nicht mit den üblichen Chaoten zu fahren ;-).

Ich konnte dank der vielen „einfacheren“ Einsätze mein ABCDE und meine ganze Einsatzleitung auf Position 1 vertiefen. Also habe ich trotz der manchmal fraglichen Alarmierung auch einiges Positive für mich daraus ziehen können.

Seit ein paar Tagen sind wir nun auch schon im dritten Lehrjahr. Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht!

Nun ist es nicht mal mehr ein Jahr und dann haben wir unsere Prüfung. Mal schauen, was in der Zeit noch auf uns zukommt.

Eure Steffi

(04.08.2016)

10 Responses to “Mit dem RTW zur Schürfwunde alarmiert”

  1. Hanseretter on August 5th, 2016 08:31

    Gewöhn Dich dran!
    Der Patient hatte wenigstens Schürfwunden!!!

  2. tangotango on August 5th, 2016 09:21

    Tja ja,.. der Frustpegel wird unaufhaltsam steigen. Die einen oder anderen mögen ihre Motivation noch eine Zeit lang aufrecht erhalten, jedoch schlurft man diese Taxifahrten irgendwann nur noch so vor sich hin.
    Vor allem, wenn man dann irgendwann recht gut ausgebildet ist und dann doch nur Schluckauf oder die 1mm Schnittverletzung fahren darf – muss.

    Willkommen im teuersten Taxigewerbe der Welt.

  3. Freidenker on August 5th, 2016 11:02

    Die Auszubildende bezeichnet Ihre Kollegen als Chaoten , ohne Worte !

    Wie bereits gesagt , willkommen in der rettungsdienstlichen Realität und bitte erde Dich schnellstmöglich wieder ausreichend.

    Was dachtest Du denn, was Dich im RTW Dienst erwartet ?

    Gruss Freidenker

  4. Christian Horn on August 22nd, 2016 11:42

    Sicher ist es blöd zu Kleinigkeiten zu fahren .
    Ganz oft erzählen die Leute aber im Notruf was ganz anderes als Sie eigentlich
    haben .
    Viele wissen wie sie den RD bekommen .
    Setzt euch mal einen Tag in die Leitstelle und Ihr werdet sehen was da für Anrufe Tag für Tag kommen und vergleicht mal mit den Rückmeldungen des RD .
    Die Leitsellen Kollegen wissen selber oft , das es Quatsch ist , für manche Dinge den RD rauszujagen .
    Aber fragt mal die Kollegen was passiert , wenn kein Auto geschickt wird .
    Sollte es sich dann doch um was dickes handeln oder der Rechtsanwalt keine Hilfe auch bei einer Kleinigkeit bekommen , steht die Kollegen sofort vor dem Richter

  5. tangotango on August 23rd, 2016 09:03

    Ja und was passiert dann?

    Konsequenter Weise und gemäß der Argumentation dürften die Leitstellen ja nur NAW raus schicken, egal zu was, denn es könnte ja immer sein, “dass da was dickes ist”.

    Und ob da ein Rechtsanwalt den dicken Larry machen könnte oder nicht hat euch auch nicht zu interessieren.
    Oder muss man beim Notruf jetzt gar nicht mehr sagen was man hat, sondern nur noch seine Berufsbezeichnung erwähnen? “Ich bin Anwalt” – Ok, Hubi ist unterwegs! Wir tun was wir können!

    “Ich bin Müllwerker” – Ah, ja.. ok, dauert etwas, bis sie Hilfe kriegen. Eventuell. Die Chance, dass sie uns verklagen ist niedriger!

  6. Steffi on August 26th, 2016 15:46

    @Freidenker:
    chaoten ist hier keinesfalls abwertend gemeint. Wir haben alle ein super Verhältnis zueinander Und dies sollte eigentlich mit einem Augenzwinkern gemeint sein. Schade, dass du das so negativ aufgefasst und mich somit als abgehoben empfunden hast. Das bin ich auf keinen Fall.

    @Christian Horn:
    klar, ich kann mir schon gut vorstellen, dass das in der Leitstelle super schwer abzuschätzen ist. Da möchte ich auch keinem Disponenten einen Vorwurf machen. Im Gegenteil.
    Das Problem an der ganzen Sache liegt wo ganz anders. Aber das ist ein anderes Thema

  7. Freidenker on August 29th, 2016 17:54

    Steffi , abgehoben bezeichne ich Sie nicht in Bezug auf Ihre Kollegen. In Bezug auf Ihre Position “Ausbildung” erscheint Ihre öffentliche Äussserung in Bezug auf Kollegen m.E. respektlos .

    Abgehoben wirkt am Ende des 2 Lehrjahres Ihre Einstellung zu den Einsatzrealitäten; ob diese aus Ihrer Sicht fraglich sind, obliegt weder Ihnen noch jemand Anderem zu beurteilen . Der Patient / Kunde hat Bedürfnisse und Sie sind Dienstleister. Notfallrettung ist sehr banal mit gelegentlichen Ausreissern.

    Sie schreiben ja selber ….noch ein Jahr …. da kommt die nötige Reife noch sicher zustande.Viel Erfolg.

  8. Stephan on September 8th, 2016 17:57

    Ich verstehe die Aufregung nicht! Jeder Beruf unterliegt einem Wandel so auch die Notfallrettung. Früher wurde der “Sanitätswagen” nur gerufen wenn es um Leben und Tod ging. Heute sind die Mensch viel weniger Leidensfähig und haben sich an unser Flatrate-Gesundheitssystem gewöhnt. Mit dieser Entwicklung muss der Rettungsdienst schritthalten und wird immer mehr vom Retter zum Gesundheits- und sonstige Notlagenberater. Das mag nun manchen nicht schmecken aber ich bitte auch zu Bedenken dass es gerade diese Umstände sind die dafür gesorgt haben dass kein Rettungsassistent sich mehr sorgen um seinen Job machen muss während sie vor einigen Jahren nach der Ausbildung noch von Arbeitslosigkeit bedroht waren.

  9. tangotango on September 9th, 2016 13:49

    Der Markt “damals” war übersättigt, da sich jeder, egal ob mit oder ohne Aussicht auf eine Arbeitsstelle, an einer “Rettungsdienstschule” anmelden und die Ausbildung absolvieren konnte. Da die Anforderungen auch nicht sonderlich hoch waren, wurden gerne mal vom Arbeitsamt ein paar Leutchen daher geschickt.

    Derlei Argumentation führt allerdings eh nicht weit, denn wenn doch jemand gesunde Personen von A nach B fahren möchte, braucht er nicht in den Rettungsdienst einzusteigen. Dann kann er direkt bei sich im Ort bei einer der vielen Taxi-Unternehmen vorstellig werden.
    Oder warum nimmt man den ganzen medizinischen Quatsch auf sich und lernt mit Notfällen umzugehen? Wenn es darum geht, so viele Rettungsassistenten, Notfallsanitäter oder Rettungssanitäter in Lohn und Brot zu haben, dann lass uns doch direkt einen Schritt weiter gehen. Der Rettungsdienst wird in “Schnelles Taxi” umbenannt. Es werden ALLE Taxifahrten und Transportleistungen angeboten und gemacht – vom Einkaufsbummel über Flughafenzubringerfahrten bis zum Familienausflug – zusätzlich, wenn es denn mal welche gibt, AUCH Notfälle. So hat jeder einen Job und alle sind glücklich – oder nicht?!

    Es ist doch absolut klar, dass die Personen, die in den Rettungsdienst gegangen sind, um echten Notfällen zu helfen, absolut frustriert sind oder irgendwann an dieser Grenze ankommen.
    Das wird noch extremer mit den neuen Notfallsanitätern mit der vermeintlich besseren Ausbildung. Da kannst du Medikamente bis zum Abwinken lernen – eigentlich musst du doch nur die Koffer der “Patienten” tragen, obwohl die Angehörigen direkt hinter her fahren.

    Wenn dieser Beruf wirklich “der Wandlung” unterliegen sollte, dann muss schleunigst dagegen gesteuert werden. Ein Rettungswagen darf nur zu Notfällen raus, für den Rest muss sich etwas anderes überlegt werden.
    Denn diese Taxifahrten belasten ja nicht nur das gut ausgebildete Personal im Rettungsdienst – es belastet genauso die Krankenkassen, es belastet das Personal in den Notaufnahmen (denn auch der Gesunde wird erst mal in diese gekarrt und dort komplett durchgecheckt), es belastet diejenigen, die wirklich ein Notfall sind und auf ein Fahrzeug warten müssen – weil dieses gerade leider mit einer Taxifahrt belegt ist. Es kann auch keine Lösung sein, für diese gesunden Personen immer mehr Rettungsfahrzeuge irgendwo zu stationieren. Denn auch diese Fahrzeuge kosten ein Schweinegeld.

    Probleme über Probleme.. und keine Lösung in Sicht.

  10. Olaf on September 12th, 2016 10:02

    Dieses wird sich nie niemals ändern.
    Weil es genug gibt die für 1400 Netto einen Vertrag unterschreiben weil Sie Blaulicht fahren dürfen.
    Die Taxifahrten werden zunehmen .
    Die meisten Rdler lassen es ja auch mit sich machen.
    Jammerlappen und Taxifahrer das ist der Rettungsassistent oder Notfallsanitäter heute.
    Sorry 0 Verständnis

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