In solchen Einsätzen blühen Rettungsdienstler auf


20140811-IMG_2342Ich hatte zwar zwei Wochen Urlaub, aber habe dennoch den einen oder anderen interessanten Fall erlebt.

Sebastian Hanisch absolviert beim DRK-Rettungsdienst Mittelhessen seine Ausbildung zum Notfallsanitäter. Seit August 2014 berichtet er auf www.rettungsdienst.de einmal im Monat über seine Erfahrungen und Erlebnisse als angehender Notfallsanitäter.

Neulich wurde ich zu einer Verbrühung gerufen. Was geht einem dabei durch den Kopf? Hmm, was hat er sich verbrüht? Wie hat er sich verbrüht? Klassisch denkt man: „Wasserkocher oder Kochtopf vermutlich über die Hand gekippt“. Wie war es denn jetzt nun?

Unser Patient war männlich und wollte ein Bad nehmen, leider war in seiner Wohneinrichtung kein Thermostat verbaut, welcher die Wassertemperatur beschränkt. Bei der Ankunft erfuhren wir, dass er sich in der Badewanne verbrüht hat. Ok! Wäre die Badewanne voll, wäre unser Patient massiv verbrüht, schockig und dementsprechend auch in einem kritischen Zustand gewesen.

Glücklicherweise hatte er sich „bloß“ Hoden, Eichel und die Ferse verbrüht. Es waren mittelschwere Verbrühungen mit Hautablösung und massiver Blasenbildung. Die Verbrühung/ Verbrennung nahm zirka 10 bis 15 % der gesamten Körperoberfläche ein. Unser Vorgehen sah folgendermaßen aus: Mittels Parkland-Baxter-Formel haben wir eine Volumentherapie angestrebt, die Verbrühung möglichst steril abgedeckt und ein wenig gekühlt.

Für den Patienten bestand dann Transportpriorität. Im Fahrzeug forderten wir noch einen Notarzt nach, da wir laut Algorithmus und Vitalwerten nichts gegen die Schmerzen unternehmen durften. Im Krankenhaus angekommen, wurde er dann klinisch erstversorgt und mittels Hubschrauber in eine Spezialklinik verlegt.

Der Einsatz war recht spannend und wurde auch zügig abgearbeitet, so dass ich mal wieder gefordert wurde. In solchen Einsätzen blühen Rettungsdienstler auf.

Euer Basti

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