5 Minuten für ein Leben


Mannheim (JUH) – Im Mannheimer Theresien-Krankenhaus fand am vergangenen Samstag (16.04.2016) die 39. Notfallmedizinische Tagung der Johanniter Baden-Württemberg statt.

Notfallmedizinische Tagung der Johanniter Baden-Wuerttemberg

Rund 200 Besucher kamen zur Notfallmedizinischen Tagung der Johanniter Baden-Württemberg nach Mannheim. Foto: JUH

Die diesjährige Veranstaltung stellte unter dem Titel „5 Minuten für ein Leben – Aktuelle Aspekte der Reanimation“ die jüngsten Empfehlungen des European Resuscitation Council (ERC) zur Wiederbelebung in den Mittelpunkt.

Mit über 200 Ärzten, Rettungsdienst-Mitarbeitern und Ausbildern verschiedener Hilfsorganisationen konnten die Johanniter zahlreiche notfallmedizinisch Interessierte begrüßen.

Stefan Hager, Ausbildungsleiter des Johanniter-Regionalverbands Stuttgart, widmete sich dem Wandel der Schulungskonzepte zur Reanimation. Johanniter-Landesarzt Dr. Harald Genzwürker stellte die wichtigsten Aspekte der aktuellen ERC-Empfehlungen vor. Dr. Christian Gernoth aus der Klinik für Kinderanästhesie und Intensivmedizin in Kassel ging in seinem Vortrag auf den seltenen Fall einer Kinderreanimation ein. „Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, aber auch Menschen“, erklärte Dr. Gernoth. Er forderte dazu auf, die Maßnahmen ähnlich wie beim Erwachsenen durchzuführen.

Henning Waschitschek, Mitglied des DRK-Notfallnachsorgeteams im Neckar-Odenwald-Kreis, widmete sich den ethischen Fragen einer Reanimation. Auch für diesen Bereich gebe es klare Stellungnahmen und Empfehlungen, erläuterte Waschitschek. Diese ermutigen beispielsweise dazu, den Angehörigen die Anwesenheit während der Wiederbelebungsmaßnahmen zu ermöglichen.

Dr. Ralf Schnelle stellte die allgemeinen und speziellen Wiederbelebungsmaßnahmen bei Notfallsituationen wie Schwangerschaft, Ertrinkungs- und Lawinenunfall, Stromunfall oder Vergiftungen dar. Abschließend erläuterte Prof. Dr. Erik Popp, Leiter der Sektion Notfallmedizin am Universitätsklinikum Heidelberg, die neuesten Empfehlungen zur Reanimation bei Traumata.

„Der rote Faden an diesem Tag war die Verzahnung und das Zusammenwirken aller, die an der Wiederbelebung beteiligt sind: den Einsatzkräften und den Ausbildern, aber vor allem auch den Laien, die als zufällige Notfallzeugen einen enormen Unterschied machen können, wenn Sie den Notruf über die 112 tätigen und die Basismaßnahmen der Wiederbelebung anwenden“, so Dr. Genzwürker. Die Verfügbarkeit und Anwendung von Defibrillatoren stelle einen weiteren Baustein zur Steigerung der Überlebensraten dar.

(19.04.2016; Foto: JUH BW)

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