TV-TIPP (SWR): betrifft * Auch Helfer brauchen Hilfe – Wenn die Seele brennt


Wenn ein Unglück passiert, rennen fast alle weg. Nur die Helfer und Polizisten eilen zum Geschehen – ein Unfall, ein Feuer, ein sogenanntes Großschadensereignis. In solchen Lagen zu helfen, dazu haben sich in Deutschland mehrere Millionen Männer und Frauen freiwillig oder durch ihren Beruf verpflichtet: bei der Feuerwehr, beim Roten Kreuz und anderen Hilfsorganisationen.Sie halten sich ständig bereit, für den Notfall. Was sie bei ihren Einsätzen erleben und zu sehen bekommen, ist oft der Grund dafür, dass sie später selbst Hilfe brauchen: verstümmelte Körper, menschliches Leid, mit dem Tod ringende Menschen. Auch erfahrene Helfer haben Probleme, solche Grenzsituationen zu verarbeiten. Viele von ihnen werden die Bilder nicht mehr los.

Immer wieder kommt es nach so einem belastenden Einsatz bei Mitarbeitern von Feuerwehren, Rettungsdienst, THW, Polizei oder anderen Einrichtungen zu krankhaften Veränderungen des Körpers oder der Seele. Oft zeigen sich die Symptome erst nach einiger Zeit, manchmal erst nach Jahren. Meist passiert es, wenn durch den Arbeitsalltag das innere Fass zum Überlaufen kommt. Dann brauchen die Helfer selbst Hilfe. Sie kämpfen mit Symptomen wie Schlaflosigkeit, Apathie, Zittern, Angst und Rückzug. Das sogenannte ‚posttraumatische Belastungssyndrom‘ liegt schwer auf ihrer Seele. Um Traumata schon von vornherein zu verhindern, wird in Deutschland inzwischen immer häufiger versucht, durch begleitende Maßnahmen und eine frühzeitige Intervention die belastende Stresssituation für den betroffenen Helfer erträglicher und handhabbarer zu machen.

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