TV-TIPP (Bayern): Stationen – Zwischen Hoffen und Bangen


Ein Pfarrer bei der Feuerwehr

Verkehrsunfälle mit Schwerverletzten und Toten berühren auch die erfahrensten Einsatzkräfte. Gerade, wenn sie nicht mehr helfen konnten. Und so ziehen sie gern frühzeitig Thomas Schmid hinzu, den Feuerwehrseelsorger. Der Pfarrer steht für den Landkreis Regensburg rund um die Uhr zur Verfügung.
Als Feuerwehrmann weiß er aus eigener Erfahrung, wie er die Rettungskräfte gezielt unterstützen kann. Thomas Schmid verfolgt Tag und Nacht den Funkverkehr der Feuerwehr. Er spürt, wenn seine Kameraden Beistand benötigen. Und dann macht er sich mit Blaulicht und Martinshorn auf den Weg zu ihnen, selbst wenn er früh am Morgen wieder aufstehen muss, um in seiner Heimatpfarrei Bernhardswald einen Gottesdienst zu halten.

Kathrin Liebl, eine junge Feuerwehrfrau aus Wenzenbach, erinnert sich noch gut an einen schweren Verkehrsunfall auf der B 16. Zwei Personen sind damals ums Leben gekommen. Besonders tragisch war, dass es sich bei den Toten um ein junges Ehepaar handelte und ihre beiden Kinder mit im Auto saßen. Allein die Anwesenheit des Feuerwehrseelsorgers Thomas Schmid gab der Feuerwehrfrau die Sicherheit: ‚Du schaffst das und wenn es wirklich nicht mehr auszuhalten ist, dann ist Thomas Schmid da!‘

Im Herbst 2008 wurde die Feuerwehr von Pielenhofen zu einem Motorradunfall gerufen. Eine junge Frau stürzte von ihrem Motorrad. Ein entgegenkommender Autofahrer konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen, touchierte das Mädchen und schleifte es 30 Meter mit, bis das Auto schließlich zum Stehen kam. Die ersten Helfer mühten sich, die Verletzte mit bloßen Händen unter dem Fahrzeug herauszuziehen. Dann wurde es immer stiller am Unfallort. Jeder wusste, das Mädchen ringt mit dem Tod. Am Ende war alle Hilfe umsonst. Der Notarzt konnte sie nicht wieder ins Leben zurückholen. Sie starb vor den Augen der gesamten Rettungsmannschaft. Einige kannten das Mädchen aus dem Nachbardorf, ein Feuerwehrmann war sogar mit ihr befreundet. Anfangs dachten die Einsatzkräfte noch, sie könnten ihre schrecklichen Eindrücke ohne fremde Hilfe verarbeiten. Doch dann bekamen einige von ihnen Albträume. Schweißgebadet wachten sie am Morgen auf. Immer wieder liefen die Unfallbilder wie ein Film vor ihnen ab. Daraufhin baten sie Thomas Schmid um Unterstützung. Es gelang ihm die betroffenen Feuerwehrleute so weit zu stabilisieren, dass sie wieder Kraft hatten den nächsten schweren Einsatz durchzustehen.

Möchten Sie einen Kommentar schreiben?