Organisatorischer Leiter


 

Die Rettung von Menschenleben hängt immer entscheidend von einer sach- und fachkundigen Einsatzabwicklung ab. Ein Massenanfall von Verletzten oder Erkrankten, wie er bei Großschadenereignissen oder dem Ausbruch einer Epidemie zu beklagen ist, kann aber mit den üblichen Kapazitäten eines lokalen Rettungsdienstes nicht bewältigt werden. Kurzfristig müssen zahlreiche Rettungskräfte, ggf. auch aus anderen Regionen hinzugezogen werden. Ihr Einsatz ist zügig zu koordinieren, die Aktivitäten sind mit Feuerwehr, Polizei, THW und speziellen Sondereinsatzgruppen abzustimmen, die reibungslose Zusammenarbeit mit der Rettungsleitstelle ist sicher zu stellen.

Die logistischen und organisatorischen Anforderungen sind enorm. Sie können nur von speziell geschultem Personal bewältigt werden. Die medizinische Einsatzleitung setzt sich in solchen Fällen üblicherweise aus einem Leitenden Notarzt und einer Rettungsfachkraft mit der Zusatzqualifikation Organisatorischer Leiter Rettungsdienst zusammen. Der Leitende Notarzt ist zuständig für die medizinische Beurteilung der Schadenslage und die zu ergreifenden medizinischen Maßnahmen. Dem Organisatorischen Leiter Rettungsdienst obliegen Einsatztaktik und Logistik. Er legt die Einsatzabschnitte fest. Er ordert via Leitstelle zusätzliche Rettungskräfte und weiteres Rettungsmaterial. Er koordiniert in Zusammenarbeit mit dem Leitenden Notarzt und der Leitstelle den Transport der Patienten in die entsprechenden Krankenhäuser.

Die präventive Weiterbildung möglichst vieler Rettungsfachkräfte zum Organisatorischen Leiter ist wünschenswert. Auch wenn sie im Einzelfall natürlich nicht alle mit der Einsatzleitung betraut werden können, Rettungsfachkräfte mit dieser Zusatzqualifikation wissen um Struktur, Taktik und Abwicklung solcher Einsätze und sind im Fall der Fälle unentbehrliche Mitarbeiter. Für die Kursteilnehmer bedeutet das im Einzelfall eine deutliche Verbesserung ihrer beruflichen Aufstiegsmöglichkeiten, für die Bevölkerung schnelle und effiziente Hilfe im Schadenfall.

Persönliche Voraussetzungen: Bereitschaft, spontan eine größere Gruppe von Mitarbeitern zu leiten und zu lenken; Kommunikationsfähigkeit; Abgeschlossene Ausbildung als Rettungsfachkraft (RettAss / RettSan)

Der Lerhgang findet vom 15. bis 19. September statt.
Lehrplan: Der Lehrgang findet gemäß „Leitfaden für die Aus- und Fortbildung der Organisatorischen Leiter (OrgL) der Arbeitsgemeinschaft Rettungsdienst Schleswig-Holstein, Projektgruppe Aus- und Fortbildung“ statt.

Auszüge aus dem Lehrplan:
Allgemeines: Aufgaben GEO/ VEL/ TEL RD; vorbeugende und abwehrende Aufgaben des LNA; vorbeugende und abwehrende Aufgaben des OrgL.
Mögliche Schadenfälle:
Großveranstaltungen; Explosionen, Großbrände, Großunfälle
Epidemien, Erkrankungen, Vergiftungen; Flugunfälle, Schiffsunfälle; Unfälle mit Streitkräften, Unfälle mit Schienenfahrzeugen; Gefahrgutunfälle, Industrieunfälle.
Rechtsgrundlagen:
Gesetze und Verordnungen u.a.; Rettungsdienstgesetze; Durchführungsverordnungen der RDGs; Brandschutzgesetz; Katastrophenschutzgesetz;

Rechtliche Einordnung des Haftungsfelds Großschadenfälle; Haftungsrechtliche Bestimmungen; Bestellung des OrgL, Weisungsrechte des OrgL.

Kenntnisse des eigenen und über andere Fachdienste: Einsatzmöglichkeiten; Fahrzeugkunde;

Gerätekunde; Persönliche Ausrüstung.

Führen und Leiten/ Führungsstile: Führungs- und Organisationsstruktur; Kennzeichnung;

Zusammenwirken mit anderen Fachdiensten und anderen Kräften; Führungslehre; Mitarbeiterführung.

Info: Med-Ecole, Lehrinstitut für Notfallmedizin, Flintkampsredder 1-3, 24106 Kiel, Telefon 0431/32903-47, Fax 0431/32903-59, info@med-ecole.de, www.med-ecole.de.

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