MAIK – Münchner außerklinischer Intensiv Kongress 2009


„ Krankenpflege ist keine Ferienarbeit. Sie ist eine Kunst“
Zweiter Münchner außerklinischer Intensiv Kongress (MAIK) bietet Gesprächsforum für Pflegekräfte und Führungskräfte.

„Ich kann mich so um den Klienten kümmern wie ich es gerne möchte. Ich kann die Zeit, die ich vor Ort bin, dem Klienten und der Arbeit selbständig anpassen“. Das schreibt eine Fachpflegekraft für Intensivpflege in einem Fragebogen, anhand dessen die Zufriedenheit der Mitarbeiter ermittelt wird.
Der Zweite Münchner außerklinischer Intensiv Kongress (MAIK) vom 30.10.-31.10.2009 will neue Perspektiven aufzeigen, wie die ambulante Intensivpflege so organisiert werden kann, dass die Kolleginnen und Kollegen in ihrem Beruf zufrieden sind. Denn sie haben sich für ihn entschieden, weil
sie Menschen helfen wollen. Aber wird das auch wertgeschätzt? Es ist schon ein großer Fortschritt, wenn sich nun mehr Arbeitgeber im Gesundheitsbereich die Mühe machen, sich nach der Befindlichkeit ihrer
Angestellten zu erkundigen. Die Zeit drängt, seit viele Pflegekräfte unter dem „Burn out“-Syndrom leiden und nach 6-7 Jahren aus ihrem Beruf aussteigen. Die Kölner Sozialpädagogin Martina Friedrichs wird sich deshalb beim MAIK mit dem Thema „Bore-out“ vs. „Burn-out“ auseinandersetzen und Marc Bennerscheidt wird aus seiner Praxiserfahrung heraus über „Mitarbeitermotivation vs. Arbeitsbedingungen“ sprechen. „Unser Haus ist ein Dienstleistungsunternehmen, das in der Intensivpflege gut qualifiziertes
Personal braucht und davon lebt, dass die Mitarbeiter vor Ort einen guten Job machen. Ich glaube, nur zufriedene Mitarbeiter können dafür sorgen, dass das Unternehmen erfolgreich funktioniert“, erklärte er am 07.05.2009 im Deutschlandfunk. Er weiß, worum es geht, wurde doch sein Pflegedienst
2006 mit dem Innovationspreis für „Häusliche Pflege“ ausgezeichnet. Führungskräfte im Gesundheitsbereich werden also viele Anregungen dafür erhalten, wie es ihnen gelingt, dass ihre ambulanten Pflegekräfte das Gefühl haben: „Wir sind eine großartige Familie“. Dieser Mitarbeiterkommentar stammt aus dem Wettbewerb „Deutschlands Beste Arbeitgeber im
Gesundheitswesen 2007 “, bei dem der Heimbeatmungsservice Brambring/Jaschke Platz 2 erreichte.
Fachpflegekräfte für Intensivpflege haben in Deutschland eine zusätzlich zweijährige berufsbegleitende, anspruchsvolle Fachweiterbildung und sind hochqualifizierte Spezialisten auf ihrem Gebiet. Sie nehmen ihre Tätigkeit genauso ernst wie die Pionierin der modernen Krankenpflege, Florence
Nightingale (1820 – 1910), von der die Worte stammen: „ Krankenpflege ist keine Ferienarbeit. Sie ist eine Kunst und fordert – wenn sie zur Kunst werden soll – eine ebenso ernste Vorbereitung wie das Werk eines Malers oder Bildhauers. Krankenpflege ist eine der schönsten Künste, fast hätte ich gesagt die schönste aller Künste“. Nightingale wäre heute begeistert von all den technischen Möglichkeiten, die zum selbstverständlichen Rüstzeug einer ambulanten Intensivpflegekraft gehören, angefangen vom Dienstwagen und dem Handy bis hin zur Medizintechnik, die ständig weiter entwickelt wird.
Besucher des MAIK können sich darüber bei der begleitenden Industrieausstellung informieren. Die Rahmenbedingungen müssen jedoch stimmen, und die ambulante Intensivpflege muss tatsächlich wie ein
Kunstwerk gut vorbereitet sein und wie ein Kunstwerk auch durchgeführt werden. „Gemeinsam pflegen gelingt nur dann wirklich gut, wenn alle Beteiligten ihre Stärken, Begabungen und Energien zusammenführen“, so Kongresspräsident Jörg Brambring. Entscheidend ist der Umgang mit dem „Faktor Mensch“ – sei es als Klient, sei es als Fachpflegekraft oder Führungskraft. Gerd Gigerenzer, Professor für
Psychologie und Direktor am Max-Planck-Institut sagt in einem Interview in der neuesten Ausgabe der Zeitschrift „Psychologie heute“: „Das Prinzip Anerkennung kann Wunder wirken: Die Stimmung verbessert sich, wenn Menschen öfter gelobt werden und es ein positives Feedback gibt. Das gilt für alle sozialen Beziehungen… Erfolg und soziales Miteinander heben die Stimmung ungemein.“ Um die katastrophalen Szenarien in den Einrichtungen des Gesundheitswesens, die aus einer Meinungsumfrage des Deutschen
Berufsverbands für Pflegeberufe e.V. (DBfK) hervorgehen, abzuwenden, müssen alle im Interesse der Pflegekräfte an einem Strang ziehen. Hoch spezialisierte Pflege wie die ambulante Intensivpflege ist eine „Kunst“, und sie hat ihren Preis. Darauf wird der MAIK im Holiday Inn Hotel – City Center
München selbstbewusst und nachdrücklich Politik, Krankenkassen und die Öffentlichkeit hinweisen.
Schon zahlreiche Anmeldungen sind eingegangen. Aber die Organisatoren haben für reichlich Platz für Vorträge, Workshops und die Industrieausstellung gesorgt. Eingeladen sind vor allem auch Pflegekräfte in
der häuslichen Intensivversorgung und Dienstleistungsunternehmen.
Anmeldungen werden weiterhin gerne über www.maik-online.org entgegen genommen.

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