„Was tun, wenn die Herzklappen nicht mehr funktionieren?“


Reparieren oder ersetzen?

Erkrankungen der Herzklappen nehmen immer mehr zu. Die Zahl hat sich in den vergangenen zehn Jahren nahezu verdoppelt. Der Grund: je älter wir werden, desto höher ist das Risiko einer solchen Erkrankung. „Was tun, wenn die Herzklappen nicht mehr funktionieren“, lautet deshalb auch der Titel des Patienten-Seminars, das vom Herz- und Gefäßzentrum Bad Bevensen veranstaltet wird.

Der Mensch besitzt vier Herzklappen. Sie wirken im Herzen als Ventile und verhindern einen Rückstrom des Blutes in die falsche Richtung. Ist ihre Funktion gestört, kann es zu Atemnot, Schwindel- und Ohnmachtsanfällen, Herzrhyth-musstörungen und Vorhofflimmern kommen. Ursachen einer solchen Funktionsstörung kann eine Verengung (Stenose), eine Schlussunfähigkeit (Insuffizienz) oder eine Kombination aus beidem (kombiniertes Vitium) sein. Da Herzklappenerkrankungen vor allem im Alter auftreten, haben sie im Zuge der immer weiter ansteigenden Lebenserwartung im vergangenen Jahrzehnt deutlich zugenommen. Wurden 1997 bundesweit 13.482 Patienten wegen einer erkrankten Herzklappe operiert, so waren es zehn Jahre später 21.160 Menschen. „Gleichzeitig haben sich in den vergangenen Jahren  aber auch die Möglichkeiten zur Behandlung von Herzklappenerkrankungen erheblich verbessert“, sagt Professor Dr. Gerhard Wimmer-Greinecker, Chefarzt der Klinik für Herz-Thorax-Chirurgie im HGZ. Grund genug für die deutsche Herzstiftung im November – der zum Herzmonat ernannt wurde – eine bundesweite Informationskampagne mit dem Thema „Herzklappenerkrankungen, Klappenoperationen und Gerinnungshemmung“ zu starten, an der auch das HERZ- UND GEFÄSSZENTRUM BAD BEVENSEN beteiligt ist.

Am Samstag, den 22. November, findet im HGZ von 10:00 bis 13:40 Uhr ein Seminar für Patienten, Angehörige und Interessierte statt. Ärzte der Kliniken für Kardiologie (Akut und Reha) und für Herz-Thorax-Chirurgie informieren die Teilnehmer über Funktionsweise der Herzklappen – insbesondere der Mitral- und Aortenklappe als die am häufigsten von Erkrankungen betroffenen Herzklappen – über Symptome und Diagnostik sowie Therapie. Dabei werden sowohl der Herzklappenersatz wie auch die -rekonstruktion beleuchtet. „Wenn möglich, operieren wir eine erkrankte Herzklappe immer mit dem Ziel einer Rekonstruktion“, sagt Professor Wimmer-Greinecker. Ob dieses im Einzelnen möglich ist, stellt sich endgültig oft erst während der Operation heraus. Bei rund einem Viertel aller Herzklappen-Operationen sind die Chirurgen in der Lage, die patienteneigene Klappe zu erhalten. „Insbesondere die undichte Mitralklappe ist durch ihren anatomischen Aufbau sehr gut für eine Rekonstruktion geeignet, in der Regel bei über 80 Prozent der Patienten.“ Die Aortenklappe dagegen bietet weniger häufig günstige Befunde für einen klappenerhaltenden Eingriff, da bei den meisten Patienten eine Stenose mit in der Regel bereits schwer verkalkter Klappe vorliegt. Bessere Voraussetzungen ergeben sich bei Patienten mit reiner Aortenklappeninsuffizienz. „Die operative Behandlung von Herzklappenfehlern ist heutzutage ein Routineeingriff und birgt relativ wenig Risiken für den Patienten. Zum Schluss steht das Thema Nachsorge sowie Endokarditisprophylaxe und Gerinnungseinstellung auf dem Programm des Patienten-Seminars. Auch hier gibt es seit Kurzem große Fortschritte, die vielen Patienten die Einnahme von Antibiotika erspart.

Zudem können die Seminarteilnehmer ihren Blutzucker- und Cholesterinwert bestimmen lassen, außerdem wird ein Ultraschall am Herzen angeboten. Die mehr als dreieinhalbstündige Veranstaltung beinhaltet auch eine Pause, bei der es belegte Brötchen, Kaffe und Kuchen zugunsten der Stiftung „Herz und Seele“ gibt. Moderiert wird das Seminar von den beiden Chefärzten der beteiligten Kliniken, Professor Dr. Wolfram Kupper und Professor Dr. Gerhard Wimmer-Greinecker.

Die kostenlose Veranstaltung findet im Gruppen- und Begegnungsraum des HGZ, Römstedter Straße 25, in Bad Bevensen statt, um Anmeldung wird gebeten.

Rückfragen und Anmeldung:
HGZ Herz- und Gefäßzentrum Bad Bevensen
Sekretariat der Klinik für Herz-Thorax-Chirurgie
Frau Lilliana Cuzzolin
Telefon: 05821 82-1772
E-Mail l.cuzzolin@hgz.bb.de

One Response to “„Was tun, wenn die Herzklappen nicht mehr funktionieren?“”

  1. Gandalf on August 8th, 2012 13:25

    Hi,

    genau unter dieser Art Krankheit hat meine Mutter gelitten. Das war ganz schon hart. Ganz besonders die lange Zeitspanne des Leidens und der Verlust der Lebensqualität. Das war nicht einfach.

    Tja – auch Menschen, die einem persönlich sehr nahe stehen sind leider vor Krankheiten nicht gefeit.

    Wichtig ist aber eine gute Behandlung und vor allem Aufklärung, damit diese Krankheiten schon so früh wie möglich erkannt werden können.

    An dieser Stelle sehe ich die Krankenkassen ganz besonders in der Pflicht, die für Vorsorge in ganz vielen Bereichen wesentlich mehr auf Vorsorge setzen sollten. Das spart rein wirtschaftlich gesehen sehr hohe Folgekosten und wäre ein großer Beitrag zur allgemeinen „Volksgesundheit“.

    Viel Erfolg & liebe Grüße aus Berlin

Möchten Sie einen Kommentar schreiben?