Physio-Control übernimmt RhinoChill-Vertrieb


IntraNasal Cooling System (Foto: BeneChill)Meerbusch (pm) – Physio-Control und BeneChill geben bekannt, dass das neue tragbare therapeutischen Kühlsystemen RhinoChill über Physio-Control in Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Niederladen, Luxemburg und Großbritannien vertrieben wird.

RhinoChill ist ein tragbares nichtinvasives System für die transnasale Kühlung des Kopfes und die Senkung der Körperkerntemperatur unmittelbar nach einem Herzstillstand, einem Schlaganfall oder einer traumatischen Gehirnverletzung.

Die Partnerschaft wird zunächst auf die Markteinführung des RhinoChill‐Systems im ersten Quartal 2011 konzentriert sein. Dabei wird das umfangreiche europäische Vertriebsnetz von Physio-Control genutzt. Darüber hinaus werden die beiden Unternehmen im Rahmen der langfristigen Allianz gemeinsam weitere Anwendungen für BeneChill entwickeln und sich dafür einsetzen,
das RhinoChill-System in den USA verfügbar zu machen.

Klinischer Nutzen der therapeutischen Hypothermie

Sowohl im präklinischen als auch im klinischen Bereich wächst die Akzeptanz der therapeutischen Hypothermie nach einem Herzstillstand. Wegweisende klinische Studien, die 2002 veröffentlicht wurden, belegen, dass eine milde Hypothermie die Mortalität senkt und das neurologische Ergebnis nach einem Herzstillstand und erfolgreicher Reanimation verbessert.

Die Studiengruppe European Hypothermia After Cardiac Arrest (HACA)1 zeigte, dass gekühlte Patienten, die einen Herzstillstand überlebt hatten, eine bessere Überlebenschance bis zur Krankenhausentlassung sowie einen günstigeren neurologischen Status aufwiesen als entsprechende normotherme Patienten (53 Prozent im Vergleich zu 36 Prozent). Die Kühlung hatte keine signifikanten nachteiligen Folgen.

So funktioniert RhinoChill

Das RhinoChill‐System ist schnell eingerichtet und extrem benutzerfreundlich. Dabei wird über einen nicht‐invasiven Nasenkatheter eine schnell verdunstende Kühlflüssigkeit in die Nasenhöhle und einen großen Bereich unterhalb des Gehirns, der als Wärmetauscher dient, gesprüht. Beim Verdunsten der Flüssigkeit wird Verdunstungswärme durch Wärmeleitung von der Schädelbasis und dem umgebenden Gewebe direkt und durch Konvektion über das Blut indirekt abgeführt.

Das System ist batteriebetrieben, kompakt und muss nicht kühl gehalten werden. Dadurch ist es für den präklinischen Einsatz ideal geeignet. Jede Kühlmittelflasche enthält genug Flüssigkeit, um einen Patienten beim Nenndurchfluss 30 Minuten lang zu kühlen, und Flaschen können leicht gewechselt werden, wodurch sich der Kühlvorgang aufrecht erhalten lässt.

Das RhinoChill‐System erhielt die CE‐Kennzeichnung für die Vermarktung in Ländern der Europäischen Union im Dezember 2007. Es wird zunächst in Deutschland, Großbritannien, in den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Österreich und in der Schweiz eingeführt. Das RhinoChill‐System ist in den USA gegenwärtig nicht kommerziell verfügbar.

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