Stollenwerk setzt auf Magnesium


Köln (pm) – Bei etwa 70 Prozent aller Transporte, die mit einem Krankentransportwagen (KTW) durchgeführt werden, erfolgt die Beförderung des Patienten mittels Tragestuhl. Damit dürfte der Tragestuhl eines der Haupttransportmittel bei KTW-Einsätzen darstellen. Und wenn er einmal nicht für den Patiententransport benötigt wird, nimmt häufig ein Besatzungsmitglied auf dem Stuhl Platz, um den Patienten während der Fahrt zu betreuen. Das heißt, der Stuhl ist fast bei jeder Fahrt mit einer Person besetzt.

Die Firma Stollenwerk, Entwickler und Hersteller von Transportprodukten für die Notfallrettung und den Krankentransport, hat diese Erfahrungen bei der Entwicklung ihres Tragestuhl-Modells 6001 zugrunde gelegt. Aus eigenem Antrieb heraus fasste das Kölner Unternehmen daher den Plan, in puncto Sicherheit nachzulegen.

„Die konstruktiven Anforderungen an den Tragestuhl sind besonders hoch“, erläutert Janis Eichenbrenner von der Firma Stollenwerk. Eine besondere Herausforderung stelle der Spagat dar, der zwischen Eigengewicht und Sicherheit im Fahrbetrieb bewältigt werden müsse.

Um Sicherheitsanforderungen gerecht zu werden, die über die EN 1789 hinausgehen, hat Stollenwerk einen Crash-Test unter Aufsicht des TÜV-Rheinland Kraftfahrt durchführen lassen. Dabei wurden die dynamischen Belastungen mit einem lebensgroßen Simulator nachempfunden. Bei dem Simulator handelte es sich um einen 75 kg schweren Dummy, der Belastungen in vier Richtungen (vorwärts, rückwärts, seitwärts und senkrecht) ausgesetzt wurde.

Für den Test wurde der Tragestuhl samt Dummy auf einen Prüfschlitten gesetzt und mit einer Geschwindigkeit von 30 – 32 km/h beschleunigt. Eine Verzögerungseinrichtung bremste den Stuhl samt Dummy sodann ab. Im Idealfall erreicht das Prüfobjekt in solchen Fällen eine Verzögerungs-Kraft von 8 – 12 g über einen Zeitraum von 100 bis 120 Millisekunden. In dieser Zeit wirken die Kräfte, wie sie im Falle eines Unfalls bei der Deformation eines oder zweier Kraftfahrzeuge auftreten.

Um den immensen Belastungen des 10-g-Tests Stand zu halten – und dennoch ein relativ geringes Eigengewicht zu halten – hat Stollenwerk erstmals Magnesium eingesetzt. Hiermit konnte einerseits das Gewicht des Tragestuhl-Modells 6001 auf ca. 19,1 kg reduziert werden. Und andererseits, so Eichenbrenner, habe man die Sicherheit erhöhen können.

Wie Stollenwerk mitteilte, werde man nach diesen Erfahrungen künftig stärker auf Magnesium setzen. Magnesiumkomponenten werden normalerweise für den Fahrzeugbau, zum Beispiel im Motorsport, eingesetzt.

(23.04.2014; Fotos: Stollenwerk GmbH)

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