Sensor zur Ermittlung von Herz-Kreislaufstillständen


CPRCheck Anwendung (Foto: Neocor)Gondelsheim (rd.de) – Ein neuartiger Sensor unterstützt Laien bei der Entscheidung über die richtigen Maßnahmen bei der Ersten-Hilfe: Er zeigt an, ob eine bewusstlose Person wiederbelebt werden muss oder nicht.

Das kleine Gerät, etwa so groß wie eine Walnuss, wird in die Jugulargrube am Hals einer bewusstlosen Person geklebt und ermittelt dort Atmung und Puls. Diese Daten werden zeitgleich durch ein künstliches neuronales Netz verarbeitet. Bereits nach 10 Sekunden wird die Entscheidung getroffen, ob tatsächlich ein Herzkreislaufstillstand vorliegt. Die grünen und roten Statusleuchten zeigen dem Ersthelfer auf einfache Weise an, ob die Person reanimiert werden muss oder nicht.

CPR Check nennt der Hersteller Neocor seinen elektronischen Unterstützer. Die Firma wurde im Februar 2010 als „Spin-Off“ der Universität Karlsruhe gegründet und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie im Rahmen des Programms „EXIST-Forschungstransfer“ gefördert. Die Idee eines „Erste-Hilfe-Sensorsystems“ gewann den Fresenius Erfinderpreis 2008. Das nunmehr daraus entstandene Gerät kostet 199 Euro.

Mehr Information: www.neocor.de

5 Responses to “Sensor zur Ermittlung von Herz-Kreislaufstillständen”

  1. Joerg on August 6th, 2011 08:02

    Was es nicht alles gibt. Ist die Entscheidungsqualität der Laien-Erstlhelfer tatsächlich so schlecht?
    Wenn ich die Technik richtig verstanden habe, nutzt der Erste-Hilfe-Sensor nicht das EKG, sondern misst irgendwie die Pulswelle. Wie habe ich allerdings nicht wirklich verstanden 😉
    Dennoch finde ich es ein interessantes Gerät. Ich werds mal testen…

  2. Max on August 10th, 2011 13:23

    Als EH-Ausbilder und Mitarbeiter im Rettungsdienst muss ich sagen, eine gute Idee! Das Problem sind nicht diejenige Personen, welche gerade ihren LSM oder großen EH-Kurs hatten oder regelmäßig vom Arbeitgeber geschult werden. Die sind tatsächlich recht gut Ausgebildet und kriegen solche Situationen auch bis zum Eintreffen von Rettungsdienst und Notarzt gut hin.
    Das Problem ist die Generation 30+, welche zu einem großen Anteil seit mehr als 10 Jahren keinen EH-Kurs mehr hatte. Diese Personen sind mit der Situation komplett überfordert. Die wissen einfach nicht mehr was wie ging und was sie machen sollen. Folglich passiert oft nichts oder die Person wird einfach auf die Seite gelegt.
    Da sind dann ein solches, kleines Gerät, ein AED, eine Anleitung durch die Leitstellen und für diese Personengruppe folglich eine HLW ohne Beatmung eine echter Fortschritt.

  3. Niklas on August 13th, 2011 13:59

    „Diese Daten werden zeitgleich durch ein künstliches neuronales Netz verarbeitet“… ?

  4. Oliver Heinz on August 16th, 2011 11:34

    Bei einem Preis von EUR 200.- sollte man sich das Geld fuer ein Geraet, das nur die Kreislauftaetigkeit ermittelt, wahrscheinlich sparen und direkt in einen preisguenstigen AED der 499.- EUR Preisklasse investieren.

    Bei all den Diskussionen ueber Dinge wie den Diagnostischen Block bei der Laien-HLW bis dahin, einen Laien direkt ohne Pulskontrolle anfangen zu lassen sehe ich es als nicht sinnvoll an, Leuten fuer EUR200.- so etwas zu verkaufen.

    Da waere es wahrscheinlich sinnvoller, die wuerden sich fuer das Geld eine Taschenmaske und alle paar Jahre einen neuen KFz-Verbandkasten kaufen

  5. Marc Jaeger on August 17th, 2011 13:49

    Vielen Dank für die Kommentare.
    Offenbar haben wir versäumt, die Unterschiede von einem AED und dem CPR|Check deutlich aufzuzeigen. Daher sind die Anmerkungen und Vergleiche mit einem AED auch verständlich. Es handelt sich jedoch um zwei völlig verschiedene Dinge.
    Wir haben auf der Seite http://www.neocor.de/index.php?id=62 nochmals versucht die Unterschiede zwischen AED, Pulsoxy und dem CPR|Check deutlich zu machen. Vielleicht ist es uns gelungen 😉
    Viele Grüße,
    Marc Jäger – neocor GmbH

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